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Jahresberichte


Jahresberichte des Schlagwortkatalogs mit Schlagwort-Verbundredaktion seit 1991

2005 - 2004 - 2003 - 2002 - 2001 - 2000 - 1999 - 1998 - 1997 - 1996 - 1995 - 1994 - 1993 - 1992 - 1991

2005

Nach den Migrationsarbeiten des Vorjahres verlief die Arbeit in Schlagwortkatalog und –verbundredaktion 2005 bereits wieder nahezu routinemäßig. Das Verbundsystem Aleph 500 erwies sich unter dem Strich für die normdatengestützte Sacherschließung als sehr komfortabel. An den hierfür entwickelten Workflows und Arbeitsanleitungen musste nichts geändert werden. Außer der Korrektur migrationsbedingter Fehler in den Schlagwortdaten, die neben den laufenden Arbeit sukzessive angegangen wurde, blieb als größeres Projekt noch die Implementierung der automatischen Nachführung der Schlagwörter der Deutschen Bibliothek nicht nur in den Fremddatenpool, sondern auch in die Datenbank der bereits genutzten Titelaufnahmen. Das von den Firma Ex Libris nach Vorgaben des hbz-Verbundes entwickelteVerfahren, das ab August auch im Bibliotheksverbund Bayern eingesetzt wurde, basiert darauf, dass zu den Titelaufnahmen an Hand des Erkennungskriteriums der DDB-ID-Nummer lediglich die inzwischen verfügbaren Schlagwörter hinzugefügt werden, während die BVB-Titelaufnahme ansonsten unverändert bleibt. Falls keine ID-Nummer vorhanden ist, wird ein Abgleich der ISBN durchgeführt, so dass in fast allen Fällen die verbale Sacherschließung zum richtigen Titel ergänzt wird. Für die Verbundbibliotheken besteht die Möglichkeit, durch die Erfassung einer Kennung eigene zuvor vergebene Schlagwörter vor dem Überschreiben zu bewahren; die DDB-Daten, die normalerweise vorhandene Schlagwörter ersetzen, werden in diesem Fall addiert. Nach anfänglichen Befürchtungen, eigene Erschließungsleistungen könnten beschädigt werden, hat sich dieses Versorgungsverfahren im gesamten Verbund gut bewährt.

In der SWD wurden 2786 Schlagwortsätze neu erfasst (49 % weniger als im Vorjahr), davon 509 aus dem hauseigenen Erschließungsgeschäftsgang bzw. aus hier aufgearbeiteten Altdaten. Der starke Rückgang erklärt sich daraus, dass nur in geringem Umfang an Altdaten gearbeitet werden konnte. Auch von anderen Bibliotheken gingen etwas weniger Meldungen ein. Jedoch war hier teilweise erhebliche Nacharbeit erforderlich. Da seit der Migration im gesamten Verbund mehr Bibliotheken und auch mehr Mitarbeiter selbstständig beschlagworten, kann die Einhaltung der Standards RSWK und SWD-Praxisregeln sowie der Aleph-Verfahren nicht durchgängig erwartet werden. Flüchtigkeitsfehler fallen in den detaillierten Indizes des Verbundsystems außerdem stärker auf als früher. Durch gemeinsame Informationsbemühungen (einschl. Schulungen) mit der Verbundredaktion an der BSB konnte aber bis zum Jahresende ein befriedigender qualitativer Stand erreicht werden. Mit der Schlagwort-Info 307 (19.12.) wurde den Bibliotheken auch eine Anleitung an die Hand gegeben, wie fehlerhafte Schlagwörter aufgespürt und korrigiert werden können. Die Verteilung redaktioneller Arbeiten auf mehr Bibliotheken als bisher ist ein Ziel der Schlagwort-Kooperation im Verbund.

In der SWD erledigte die Verbundredaktion einen großen Teil der retrospektiven Korrekturen, die durch die Einführung von Notationen und Oberbegriffen bei geomorphologischen Einheiten (Bergen, Inseln, Flüssen, Seen usw.) und die Einführung des Sprachencodes bei allen sprachgebundenen Begriffen (vor allem literarischen Werken) anfielen. Dadurch ergaben sich 20.830 Online-Korrekturen (387 % mehr als im Vorjahr), davon 658 Änderungen der Ansetzungsform (15 % mehr) und 170 Löschungen (34 % mehr). Die Zahl der versandten SWD-Mailbox-Nachrichten betrug 5749 (44 % mehr als im Vorjahr). Es ist anzumerken, dass diese Zahl kaum aussagekräftig ist, weil sich ohne übertriebenen Aufwand diejenigen Nachrichten, die per Umadressierung mehrfach gezählt werden, nicht ausklammern lassen.

Das bisherige jährliche Kooperationstreffen der SWD-Partner fand 2005 erstmals nicht statt. Es ist beabsichtigt, die SWD betreffende Fragen nur noch in der Expertengruppe RSWK/SWD zu behandeln. Dieses Gremium, dem Dr. Stumpf angehört, tagte am 11.5. und am 9.11.2005 in Frankfurt/Main. In der zweiten Jahreshälfte lief eine überregionale Diskussion um ein neues Sacherschließungskonzept der Deutschen Bibliothek, das ab 2006 die Einstellung der Schlagwort-Erschließung zu Gunsten einer Anwendung der Dewey-Dezimalklassifikation bei den Publikationen außerhalb des Verlagsbuchhandels vorsieht und so dem vorrangigen Interesse der meisten Bibliotheken, namentlich im BVB, an Schlagwort-Fremdleistungen nicht entspricht.

2004

Für die Vorbereitung und Durchführung der Migration des Bibliotheksverbunds Bayern auf das System Aleph 500 und das damit verbundene neue Datenmodell hatte die Schlagwort-Verbundredaktion das ganze Jahr über zu tun.

Für die Schlagwortarbeit war der Stichtag der 28.4. Bis dahin konnten noch im System BVB-KAT Schlagwörter mit Titeln verknüpft und korrigiert sowie neu angelegte SWD-Sätze eingespielt werden. Am 29.4. führte die Verbundzentrale den letzten Abgleich der BVB-Schlagwörter auf einem kurz zuvor gewonnenen neuen Gesamtabzug der SWD durch. Mit genau diesem Stand wurden die Schlagwortdaten dann auch migriert. Während einer längeren Übergangszeit ruhte die Erfassung von Schlagwörtern und Notationen; die Laufzettel wurden aufgehoben und nach dem Verbund-Umstieg abgearbeitet. Seit der Produktionsaufnahme in Aleph (1.7.) werden die Schlagwörter im Titelsatz einzeln aus der verbundinternen SWD übernommen. Daneben müssen auch im Titelsatz die vergebenen RVK-Notationen bei Neuzugängen und Umstellungen eingetragen werden, da keine Koppelung mit der Signatureingabe in den Buchdaten mehr besteht und das MAB-Feld im Titelsatz den einzigen Zugriffspunkt für die Benutzerrecherche darstellt.

Parallel dazu wurden die für die Sacherschließung relevanten Parameter, Feldbezeichnungen usw. im Setup der Aleph-Version 16.02 für den Echtbetrieb mit der Verbundzentrale abgestimmt und eine Schulungsunterlage "Sacherschließung im BVB" (umfasst Klassifikationen und verbale Sacherschließung) in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsbibliothek völlig neu erstellt.

Im Februar schickte die Verbundredaktion einen Fragebogen an alle kleineren Verbundbibliotheken, um zu erfahren, ob eine Schlagwortvergabe beabsichtigt und welches Personal mit welchem Schulungsbedarf dort tätig ist. In der Folgezeit wurden die ca. 40 Bibliotheken, die bisher nicht an der kooperativen Schlagwortarbeit teilgenommen hatten, individuell beraten, zu Schulungen eingeladen bzw. registriert, wenn keine aktive Teilnahme gewünscht war. Am 23.11. veranstaltete die Verbundredaktion gemeinsam mit dem Sachkatalog der Bayerischen Staatsbibliothek in München eine Fortbildungsveranstaltung "RSWK Grundlagen", um neuen Bibliotheken die Teilnahme am Schlagwortverbund in Aleph zu erleichtern.

Bis Ende März stellte die Verbundzentrale das von Ex Libris auf Grund des Pflichtenheftes neu entwickelte Programm für die automatische Permutation der Schlagwortketten in das Testsystem ein.

In der SWD wurden im Gesamtjahr 5.508 Schlagwortsätze neu erfasst (30 % weniger als im Vorjahr), davon die meisten von Januar bis April. Ab dem 1.7. kam der neue Geschäftsgang mit Aleph langsam in Gang. Die in der Aleph-Schlagwortdatei provisorisch angelegten und mit Titeln verknüpften Sätze wurden nun von den Bibliotheken durch eine recherchierbare Kennung an die Verbundredaktionen gemeldet, hier überprüft und in der SWD in PICA-ILTIS erfasst sowie die überregionale ID-Nummer in den Aleph-Datensatz übertragen, damit der autorisierte Satz bei der Einspielung den vorläufigen Satz finden und überschreiben kann. Die UB Augsburg bearbeitete auf Grund einer neuen Absprache alle Sachschlagwörter und Werktitel und alle Personennamen außer den Neuansetzungen aus der BSB. Andere Arbeiten in der SWD (PICA-ILTIS) traten in den Hintergrund; hier wurden 4.280 Online-Korrekturen durchgeführt (34 % weniger als im Vorjahr), davon 571 Änderungen der Ansetzungsform (38 % weniger), und 127 Sätze gelöscht (52 % weniger). Die Zahl der versandten SWD-Mailbox-Nachrichten sank auf 3.238 (39 % weniger).

Schlagwortkorrekturen im Verbundsystem werden seit 1.7. von der Verbundzentrale nicht mehr statistisch erfasst. Auch neue Zahlen der beschlagworteten Titel gibt es derzeit nicht.

Die Verbundredaktion gab eine Schlagwort-Info (Nr. 306) heraus und erstellte dann zur Begleitung der Migration und der Arbeit mit Aleph eine laufend aktualisierte Info-Seite "Aleph aktuell".

Im April verließ eine Diplombibliothekarin (halbtags) die Schlagwortredaktion und wechselte in die Fernleihe. Damit sind hier nur noch zwei Diplomkräfte mit zusammen 1,25 Stellen tätig.

Am. 14.5. nahmen Frau Reitzle und Dr. Stumpf am jährlichen Kooperationstreffen der SWD-Partner in Frankfurt/M. teil. Die Expertengruppe RSWK/SWD, der Dr. Stumpf angehört, tagte am 13.5. zusammen mit den Expertengruppen Formalerschließung und PND. Dabei wurden Regelwerksänderungen zur vollständigen Angleichung der Ansetzungsregeln für RAK und RSWK verabschiedet.

Für die Katalogschlussstelle erweiterte sich mit dem neuen Datenmodell das Arbeitsspektrum um die Erfassung der Buchdatensätze (je einer für jedes Exemplar, deshalb erheblicher Mehraufwand bei Bänden und Mehrfachexemplaren) mit Signaturen und Steuerzeichen für die Erzeugung von Mediennummern und Etiketten.

2003

Im Berichtsjahr arbeitete der Schlagwortkatalog mit unverändertem Personalstand. Der Anteil der Katalogschlussstelle an der Gesamttätigkeit der Mitarbeiterinnen im Geschäftsgang stieg.

Das Jahr 2003 stand für die Schlagwort-Verbundredaktion ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf die Migration der Verbunddatenbank auf das System Aleph 500, mit der eine direkte Verknüpfung der Titelsätze mit den Normsätzen der Schlagwortnormdatei (SWD) eingeführt werden wird. Zu diesem Zweck wurde vor allem versucht, durch zentrale und manuelle Korrekturen und das Nachtragen möglichst vieler Begriffe in die SWD die Diskrepanz zwischen Verbunddaten und SWD gering zu halten. Informationen für die Verbundbibliotheken über die bevorstehenden Änderungen der Datenverwaltung in der verbalen Sacherschließung wurden auf den Webseiten angeboten.

Im lokalen Katalog waren am 31.12.2003 51,35 % der H-Sätze mit Schlagwörtern verknüpft, wiederum ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr.

Erheblich mehr manuelle Online-Korrekturen wurden in BVB-KAT gemacht: mit 27 358 waren es 88 % mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr wurden vier Schlagwort-Infos herausgegeben. Außerdem gab es 6 Listen zentraler Korrekturen; zentral korrigiert wurden 21.498 Sätze, wobei 384 dublette Sätze erzeugt und verschmolzen wurden, sowie 1588 Verweisungen. In einer größeren, von der UB Augsburg betreuten Aktion wurden die im BVB bisher katalogisierten Altkarten (ca. 90 000 Titel) auf eine RSWK-konforme Sacherschließung umgestellt.

In der SWD wurden 7.580 Schlagwortsätze neu erfasst (19 % mehr als im Vorjahr). Der Zuwachs erklärt sich einerseits durch die verstärkte Aufarbeitung von Altdaten, andererseits durch die wachsende Zahl von Meldungen aus Spezialbibliotheken und Bibliotheken mit besonderen Sammelgebieten im BVB. Besonders ausgeprägt war die Zunahme bei Personennamen, bei deren Redaktion und Erfassung die UB Augsburg seit Jahren die PND-Redaktion der BSB unterstützt. In der SWD (PICA-ILTIS) wurden außerdem 6.479 Online-Korrekturen durchgeführt (3 % weniger als im Vorjahr), davon 924 Änderungen der Ansetzungsform (68 % mehr), und 266 Sätze gelöscht (94 % mehr). Die Zahl der versandten SWD-Mailbox-Nachrichten stieg wieder deutlich auf 5.330 (37 % mehr als im Vorjahr).

Am. 28.4. nahmen Frau Reitzle und Dr. Stumpf am jährlichen Kooperationstreffen der SWD-Partner in Frankfurt/M. teil. Die Expertengruppe RSWK/SWD, der Dr. Stumpf angehört, tagte am 29.4. und am 5.11.2003.

2002

Das Jahr 2002 brachte für den Bibliotheksverbund Bayern den bisher größten Schritt weg von der bibliotheksspezifischen Schlagwortvergabe, die es erforderlich macht, sich an alle Fremddaten eigens anzusigeln, um diese Erschließung in den eigenen OPAC zu bekommen. Ab dem 7.5. wurde eine neue BVB-KAT-Version eingesetzt, die mit neu vergebenen Schlagwörtern aus dem Verbund (wie seit 2001 schon mit denen der Deutschen Bibliothek) nicht nur den eigenen lokalen Katalog, sondern auch die aller anderen BVB-Bibliotheken versorgt, die mit Lokalsätzen an der betreffenden Titelaufnahme hängen. Für ältere Daten blieb der frühere Zustand erhalten, allerdings mit der Möglichkeit, im Dialog diese Schlagwörter nachträglich "pauschal", d. h. mit Wirkung für alle Bibliotheken zu entknüpfen und zu verknüpfen.

Vor Einführung dieser Neuerung organisierte die Verbundredaktion in Augsburg in Zusammenarbeit mit der BSB am 24.4. eine Sitzung, an der Vertreter von 22 Verbundbibliotheken teilnahmen. Neben der Erläuterung der Verfahren ging es dabei besonders um Absprachen zur Qualitätssicherung, z.B. nachträgliche Korrekturen, zu denen prinzipiell alle Bibliotheken berechtigt sind, wobei denjenigen mit Fachpersonal ein gewisser Vorrang gebührt. Außerdem wurde beschlossen, auf die Deutsche Bibliothek einzuwirken, ihre Fremddaten rascher zur Verfügung zu stellen.

Das neue Verfahren lief relativ problemlos an, wobei sich allerdings wegen der Verzögerung bei der Lieferung der DDB-Schlagwörter viele Bibliotheken entschlossen, die Neuerscheinungen selbst zu beschlagworten. Die von der ersten Bibliothek erfassten Schlagwörter aus dem Verbund wurden weitgehend akzeptiert. Nach der Einspielung der DDB-Daten entstandene Redundanzen konnten durch die nachfolgende Qualitätskontrolle anderer Partner vielfach beseitigt werden und die insgesamt beste Erschließung so Gültigkeit erlangen.

Die zusätzliche Arbeitsersparnis (gegenüber der bereits realisierten automatischen Übernahme von DDB-Daten) war bei der Datenerfassung spürbar, sonst relativ gering, weil die Qualitätskontrolle oft Korrekturen erforderte.

Am 12.6. richtete die Verbundredaktion mit der Bayerischen Bibliotheksschule eine Fortbildungsveranstaltung "Effektiv und kooperativ erschließen mit RSWK und SWD" mit 16 Teilnehmern aus.

Im lokalen Katalog waren am 31.12.2002 50,61 % der H-Sätze mit Schlagwörtern verknüpft, was gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 1,22 % bedeutet. Auch viele Titel aus der Sammlung Cassianeum wurden nach RSWK erschlossen.

Die manuellen Online-Korrekturen in BVB-KAT summierten sich auf 14 545 (11 % weniger als im Vorjahr). Im Jahr 2002 wurden drei Schlagwort-Infos herausgegeben. Außerdem gab es drei Listen zentraler Korrekturen mit 162 Korrekturfällen (22 % weniger als im Vorjahr); zentral korrigiert wurden 9 987 Sätze, wobei 251 dublette Sätze erzeugt und verschmolzen wurden, sowie 796 Verweisungen.

In der Schlagwortnormdatei (SWD) wurden 6384 Schlagwortsätze neu erfasst (13 % mehr als im Vorjahr). Zudem wurden 6 669 Online-Korrekturen durchgeführt (52 % weniger als im Vorjahr), davon 550 Änderungen der Ansetzungsform, und 137 Sätze gelöscht. Die Zahl der versandten SWD-Mailbox-Nachrichten sank weiter auf 3885 (19 % weniger als im Vorjahr).

Am 30.9. stieg Die Deutsche Bibliothek als Host der SWD und PND von ihrem PICA-Zentralsystem CBS3 (Tandem) auf CBS4 (Sun/UNIX) um. Für die Arbeit der Kooperationspartner, auch der UB Augsburg, brachte dies merklich kürzere Antwortzeiten und einige vorteilhafte Neuerungen in der Indexierung.

Am 5.12. nahmen Frau Reitzle und Dr.Stumpf am jährlichen Kooperationstreffen der SWD-Partner in Frankfurt/M. teil. Die Expertengruppe RSWK/SWD, der Dr.Stumpf angehört, tagte am 13.6. und am 6.12.

 

 

 

 

 

 

2001

Im lokalen Katalog waren am 31.12.2001 49,39 % der H-Sätze mit Schlagwörtern verknüpft.

Ab Mai 2001 wurden im ganzen Bibliotheksverbund Bayern die neu eingespielten Schlagwörter der Deutschen Bibliothek zu den von ihr verbal erschlossenen Titeln (DNB Reihe A und große Teile der Reihen B und H) pauschal statt bisher bibliotheksspezifisch verknüpft und damit so früh wie möglich in die lokalen Kataloge aller Bibliotheken überspielt, die den jeweiligen Titelsatz nutzen. Nach einer im November und Dezember durchgeführten Zählung waren von allen im Haus zu beschlagwortenden Titeln zu 36% DDB-Schlagwörter zu erwarten. Diese waren in 15% der Fälle zum Zeitpunkt der Bearbeitung bereits vorhanden, in 21% der Fälle noch nicht. Bei weiteren 39% der Titel lagen bereits ältere Fremddaten oder neuere Schlagwörter aus dem Verbund vor; die restlichen 25% der Titel hatten keine Fremddaten und mussten selbst beschlagwortet werden. Dieser Anteil ist gegenüber dem jahrelangen Durchschnitt um etwa 5% gesunken. Durch die automatische Verknüpfung der DDB-Schlagwörter trat nur eine geringfügige Entlastung bei der Datenerfassung ein.

Mit der vollständigen Übernahme der Katalogschlussstelle durch die Mitarbeiterinnen der Schlagwortredaktion ab Mai ergab sich eine volle Auslastung durch den Geschäftsgang. Zeitweise mussten dafür die SWD-Erfassung und Altdaten-Korrekturen zurückgestellt werden.

Mitte Oktober begann eine aus dem Erziehungsurlaub zurückkehrende Kollegin mit der Einarbeitung, zunächst in den verschiedenen Abteilungen der Bibliothek. Dafür verließ die langjährige geschäftsführende Beamtin zum Jahresende das Referat (Freistellungsphase der Altersteilzeit).

Die manuellen Online-Korrekturen in BVB-KAT summierten sich auf 16 000 (21 % weniger als im Vorjahr). Im Jahr 2001 wurden zwei Schlagwort-Infos herausgegeben. Außerdem gab es drei Listen zentraler Korrekturen mit 208 Korrekturfällen (3 % weniger als im Vorjahr); zentral korrigiert wurden 10 147 Sätze, wobei 408 dublette Sätze erzeugt und verschmolzen wurden, sowie 908 Verweisungen.

In der Schlagwortnormdatei (SWD) wurden 5571 Schlagwortsätze neu erfasst (12 % mehr als im Vorjahr). Zudem wurden 13 943 Online-Korrekturen durchgeführt (70 % mehr als im Vorjahr), davon 555 Änderungen der Ansetzungsform, und 405 Sätze gelöscht. Der Schwerpunkt lag erneut auf der systematischen Aufarbeitung älterer SWD-Datensätze, um Sucheinstiege zu vermehren und den Wortschatz besser zu strukturieren. Die Zahl der versandten SWD-Mailbox-Nachrichten sank auf 4784 (23 % weniger als im Vorjahr). Am 5./6.12. fand das jährliche Kooperationstreffen der SWD-Partner in Frankfurt/M. statt.

Die Möglichkeit, neue SWD-Begriffe über das WWW-Formular zu melden, und die rasche Eingabe in die Normdatei tragen weiterhin zur Akzeptanz der SWD-Arbeit im Verbund bei.

Der 2001 konstituierten, der Arbeitsstelle für Standardisierung bei der Deutschen Bibliothek zugeordneten überregionalen Expertengruppe RSWK/SWD gehört Dr. Stumpf an.

Im Bibliotheksverbund Bayern beschäftigte sich eine der Kommission für Erschließung zugeordnete Arbeitsgruppe mit den für 2002/03 geplanten Veränderungen bei der Verwaltung der Schlagwortdaten im Verbundsystem.

 

 

2000

Im lokalen Katalog waren am 31.12.2000 49,25 % der H-Sätze mit Schlagwörtern verknüpft. Dieser Anteil wuchs im Berichtsjahr um 1 %.

Vom 12.9. bis 17.11. wurde der Buchdurchlauf an 47 Arbeitstagen (2820 beschlagwortete Titel) bezüglich der Fremddatenübernahme statistisch erfasst. Der Anteil der Titel mit vorhandenen Fremddaten ist gegenüber 1998 leicht gesunken auf 66,4%. Da die Programmierung im Verbundsystem die Nachführung von Schlagwortketten der Deutschen Bibliothek unterbindet, so bald ein Lokalsatz einer Verbundbibliothek am Titelsatz vorhanden ist, konnten in der Bearbeitungsphase bei deutschen Publikationen nicht mehr genügend Fremddaten direkt übernommen werden. Ersatzweise wurde öfters aus dem Online-Katalog der Deutschen Bibliothek deren Sacherschließung abgeschrieben. In 57% der Fälle mit Fremddaten (etwas mehr als 1998) konnte die Beschlagwortung ohne jede Auswahl oder Ergänzung einfach übernommen werden. Bei 76% der Titel kam man immerhin mit dem bereits Vorhandenen aus, d.h. ohne Ergänzungen oder Korrekturen. Deutlich gestiegen (um 4,5% auf fast 20%) ist der Anteil der Fälle, wo an Fremddaten auch korrigiert werden musste. Dabei lagen in ca. 40% Regelverstöße vor (Inhaltsanalyse, RSWK, SWD), gefolgt von Titeln, die nicht spezifisch genug beschlagwortet waren. Eine große Rolle spielten auch Abweichungen bei Formschlagwörtern.

Für die im Juli in den Mutterschafts- und Erziehungsurlaub gegangene Mitarbeiterin gD (Arbeitszeit 3/4tags) kam zum 1.11. eine neue Kollegin halbtags, die erst in RSWK und SWD eingearbeitet werden muss.

Die manuellen Online-Korrekturen in BVB-KAT summierten sich auf 20 239 (60 % weniger als im Vorjahr); damit erledigte die UB Augsburg 13 % aller Schlagwortkorrekturen im Verbund. Weniger Korrekturen fielen an, weil die in den Vorjahren dominierenden Umarbeitungen auf Grund der 3.Auflage der RSWK wegfielen und die Abarbeitung der "Negativlisten" aus personellen Gründen unterbrochen wurde. Im Jahr 2000 wurden drei Schlagwort-Infos herausgegeben. Außerdem gab es vier Listen zentraler Korrekturen mit 214 Korrekturfällen (42 % weniger als im Vorjahr); zentral korrigiert wurden 15 088 Sätze, wobei 176 dublette Sätze erzeugt und verschmolzen wurden, sowie 1480 Verweisungen. Außerhalb der üblichen Änderungen in der Terminologie lief in diesem Jahr der Großteil der maschinellen Korrekturen zur Umsetzung der reformierten Rechtschreibung in Schlagwörtern (insbesondere ß-/ss-Schreibung und Dreifachkonsonanten).

In der Schlagwortnormdatei (SWD) wurden 4499 Schlagwortsätze neu erfaßt (13 % weniger als im Vorjahr), davon 48 % Sachschlagwörter (Indikatoren s und t) und 29 % Personenschlagwörter, die direkt in die PND eingegeben wurden; bei der Bearbeitung der Meldungen gab es keine Rückstände. In zahlreichen Fällen mussten aber Datensätze ergänzt bzw. weiter recherchiert werden. Zudem wurden 8202 Online-Korrekturen durchgeführt (68 % mehr als im Vorjahr), davon 536 Änderungen der Ansetzungsform, und 411 Sätze gelöscht. Der Schwerpunkt lag gegen Jahresende auf der systematischen Aufarbeitung älterer SWD-Datensätze, um Sucheinstiege zu vermehren und den Wortschatz einzelner terminologischer Komplexe zu strukturieren - eine von allen SWD-Kooperationspartnern gemeinsam zu bewältigende Aufgabe zur Umsetzung der 3.Auflage der RSWK. Auch die Zahl der versandten SWD-Mailbox-Nachrichten stieg deshalb auf 6172 (43 % mehr als im Vorjahr). Am 13./14.12. fand das jährliche Kooperationstreffen der SWD-Partner in Frankfurt/M. statt.

Die über das WWW-Formular kommenden SWD-Meldungen wurden, soweit es sich um Geographika und Körperschaftsnamen handelte, überwiegend an die BSB weitergeleitet. Die Verbundredaktion konnte mit diesem Angebot und einer zügigen Bearbeitung aller Vorschläge die Zusammenarbeit mit den Verbundbibliotheken und die Qualität der Erschließung noch weiter verbessern, wobei die Beiträge der Regional- und Spezialbibliotheken besondere Bedeutung gewinnen.

Die Kommission für Sacherschließung des Bibliotheksverbundes Bayern beendete ihre Tätigkeit zum 31.12.2000, da sie mit der Kommission für Formalerschließung zur neuen Kommission für Erschließung zusammengelegt wurde.

 

1999

 

Im Berichtsjahr stand bei den Diplomkräften ab ...... eine Viertel Stelle weniger zur Verfügung. Dafür wurden gegen Jahresende die beiden verbliebenen Terminal-Arbeitsplätze durch PCs ersetzt.

Im lokalen Katalog waren am 31.12.1999 48,29 % der H-Sätze mit Schlagwörtern verknüpft (Jahreszuwachs: 0,3 %)

Qualitätskontrolle und SWD-Redaktion im Rahmen des Geschäftsgangs ließen den nötigen Spielraum auch für die Arbeiten der Verbundredaktion, wobei die zur Vorbereitung der Migration auf ein neues Verbundsystem - inzwischen ist die Entscheidung wieder offen - wichtigen Maßnahmen Vorrang hatten, d.h. der Abgleich der BVB-Schlagwortdatei mit der SWD, hier wiederum zunächst die häufiger verwendeten Begriffe und aktuelle Änderungen. Neben der intellektuellen Aufarbeitung von Altdaten und der Überwachung der aktuellen Schlagwortvergabe im Verbund trug ab 21.9.1999 auch ein von der Verbundzentrale implementierter interner Abgleich (mit Fehlermeldung) zumindest der einteiligen Schlagwörter bei der Online-Erfassung zur Annäherung an die SWD bei. Diese Maßnahme soll vor allem Verschreiber und Flüchtigkeitsfehler verhindern und hat sich insgesamt gut bewährt.

Da in MAB2 nur noch 10 Schlagwortketten je Titelsatz transportiert werden, hat die Verbundredaktion als Vorbereitung auf die im BVB durchgeführte Umstellung auf MAB2 über 1100 Titel mit 11 und mehr Ketten manuell bearbeitet, um überzählige Ketten möglichst ohne Qualitätseinbuße zu entfernen.

Die manuellen Online-Korrekturen in BVB-KAT summierten sich auf 51 161 (22,5 % mehr als im Vorjahr); damit erledigte die UB Augsburg 22% aller Schlagwortkorrekturen im Verbund. Das gute Antwortverhalten des Verbundrechners (besonders seit der Umrüstung im Dezember) erlaubt mehr Online-Korrekturen; dafür sind weniger zentrale Korrekturen gelaufen. Es wurden 3 Schlagwort-Infos herausgegeben. Außerdem gab es 5 Listen zentraler Korrekturen mit 368 Korrekturfällen (37% weniger als im Vorjahr); zentral korrigiert wurden 12 064 Sätze, wobei 425 dublette Sätze erzeugt und verschmolzen wurden, sowie 1006 Verweisungen.

In der SWD wurden 5208 Schlagwortsätze neu erfaßt (8,5 % weniger als im Vorjahr); bei der Bearbeitung der Meldungen gab es keine Rückstände. In zahlreichen Fällen mussten aber Datensätze ergänzt bzw. weiter recherchiert werden. Zudem wurden 4885 Online-Korrekturen durchgeführt (25 % weniger als im Vorjahr), davon 753 Änderungen der Ansetzungsform, und 285 Sätze gelöscht. Die Zahl der versandten SWD-Mailbox-Nachrichten stieg leicht auf 4302 (4,5 % mehr als im Vorjahr). Am 9./10.12.1999 fand das jährliche Kooperationstreffen der SWD-Partner in Frankfurt/M. statt.

Das Angebot der Verbundredaktion im WWW wurde ausgebaut; insbesondere das SWD-Meldeformular wurde von deutlich mehr Bibliotheken erheblich stärker genutzt. Auf diesem Weg werden nun schon mehr SWD-Neuansetzungen gemeldet als in konventioneller Form.

In der nach Auflösung der Generaldirektion fortbestehenden Kommission für Sacherschließung des Bibliotheksverbunds Bayern führte Dr.Stumpf weiterhin den Vorsitz.

 

 

1998

Eine erneute statistische Erhebung der Fremddatennutzung bei der Schlagwortvergabe vom 13.10. bis 6.11. hat gezeigt, daß wegen des rascheren Zugangs der Bücher zur Katalogisierung statt 25% (1996) jetzt immerhin 31% der Titel noch ohne Schlagwort-Fremddaten sind. Von den Titeln mit Fremddaten werden über 82% unverändert (z.T. selektiert) übernommen; dieser Wert ist seit 1996 konstant.

Seit Jahresbeginn arbeiten alle Diplomkräfte der Schlagwortredaktion an leistungsfähigen PCs. Hierzu wurde ein vorhandenes Gerät aufgerüstet und ein neuer PC beschafft. Eine enorme Verbesserung in Arbeitskomfort und -geschwindigkeit ergab sich mit dem Einsatz des Clients WinIBW zur Normdatenkatalogisierung in SWD und PND seit Mai. Frau Reitzle nahm an einer Schulung in Frankfurt teil. Jetzt kann zwischen BVB-KAT, ILTIS und ggf. Recherchen in Internet und CD-ROM-Netz rasch gewechselt werden. Gegenüber der sehr stabilen DOS-IBW gab es allerdings mit WinIBW öfters technische Probleme und auch Beschränkungen bei Such- und Editierfunktionen. Für die laufende Neuerfassung wird z.T. noch die DOS-IBW eingesetzt, die auf einem alten 286er PC läuft.

Die Fachreferenten erhielten die Möglichkeit, auf eine zentral installierte WinIBW zuzugreifen und in SWD, PND und DDB-Titeldaten zu recherchieren. Eine kurze Anleitung hierzu findet sich im Intranet.

In der zweiten Jahreshälfte verlagerte sich der Schwerpunkt der Verbundkorrekturen von der Aufarbeitung der in der SWD fehlenden Schlagwörter ("Negativliste") auf die durch die 3. Auflage der RSWK und daraus folgende SWD-Korrekturen bedingten Änderungen. Die manuellen Online-Korrekturen in BVB-KAT summierten sich auf 41 769 (13,5 % mehr als im Vorjahr). Es wurden 4 Schlagwort-Infos herausgegeben. Die WWW-Versionen der Infos stehen jetzt auf dem eigenen Server bereit. Außerdem gab es 6 Listen zentraler Korrekturen mit 582 Korrekturfällen (40% weniger als im Vorjahr); zentral korrigiert wurden 15465 Sätze, wobei 1019 dublette Sätze erzeugt und verschmolzen wurden. Die Listen werden seit diesem Jahr auch per E-Mail an die Verbundbibliotheken versandt. Die Zusammenarbeit mit der BSB funktionierte reibungslos, die Kommunikation mit einzelnen Referenten jetzt auch per E-Mail.

In der SWD wurden 5691 Schlagwortsätze neu erfaßt (12,5 % mehr als im Vorjahr), 6504 Online-Korrekturen durchgeführt (26% weniger als im Vorjahr), davon 875 Änderungen der Ansetzungsform, und 548 Sätze gelöscht. Die Zahl der versandten SWD-Mailbox-Nachrichten betrug 4118 (18 % weniger als im Vorjahr). Der aufbereitete SWD-Informationsdienst wurde wöchentlich an Bibliotheken in Deutschland und Österreich gemailt, seit Jahresende auch an die Schweizerische Landesbibliothek in Bern, nach Berlin und Cottbus (KOBV).

Das SWD-Meldeformular im WWW erfreut sich bei zahlreichen Verbundteilnehmern großer Beliebtheit. Es wurde umgestaltet und eine Liste der ab 1.7. in SWD und PND realisierten neuen Ländercodes beigefügt.

Für die 3. neubearbeitete Auflage des Regelwerks RSWK, die als Loseblattausgabe im Dezember beim DBI erschien, erstellte Dr.Stumpf das Beispielregister.

Dr.Stumpf führt auch in der neuen Amtsperiode 1998-2001 den Vorsitz in der Kommission für Sacherschließung bei der Generaldirektion. Seit Herbst 1998 konnten erste Vorstufen des Katalogisierungsclients der Verbundsoftware HORIZON dank der Unterstützung des EDV-Referats angesehen werden. Tests von Sacherschließungsfunktionen waren noch nicht möglich.

1997

Obwohl im abgelaufenen Jahr keine statistische Analyse der Schlagwortvergabe stattfand, wurde deutlich, daß im Geschäftsgang sowohl die Zahl der Problemfälle als auch die Zahl der der SWD nicht entsprechenden Fremddaten zurückgeht.

Die Schlagwortredaktion muß personell ab 1.4.97 mit einer halben Stelle gD weniger auskommen. Auch der seit mehreren Jahren ununterbrochene Einsatz einer studentischen Hilfskraft für die Datenerfassung wurde am 31.3. beendet. Dafür arbeitete eine Halbtagskraft BAT VIII ab 1.10. ganztags. Zwei BVB-KAT-Arbeitsplätze wechselten im April vom Terminal auf PC, was die Effektivität deutlich erhöhte. Vorteile für die Terminologiekontrolle brachte auch die Verfügbarkeit weiterer Nachschlagewerke im CD-ROM-Netz. Die Anwendung IBW (Online-Erfassung in PICA-ILTIS) lief nach wie vor nicht unter Windows, jedoch sehr stabil.

Bei der für 1999 geplanten Umstellung auf das System HORIZON soll eine datentechnische Verknüpfung aller Verbund-Schlagwörter mit SWD-Sätzen hergestellt werden. Zu diesem Zweck bearbeitete die Verbundredaktion eine nach Häufigkeit geordnete "Negativliste" der nicht in der SWD enthaltenen, jedoch im Verbund verwendeten Schlagwörter. Bis zum Jahresende konnten nahezu alle daraus resultierenden zentralen Korrekturen erledigt werden; es verbleiben noch die Begriffe, die jeweils höchstens 6x benutzt wurden. Die manuellen Online-Korrekturen in BVB-KAT summierten sich auf 36800 (24% mehr als im Vorjahr). Es wurden 4 Infos mit zusammen 97 Korrekturfällen sowie 11 Listen zentraler Korrekturen mit 981 Korrekturfällen (11% mehr als im Vorjahr) erstellt; zentral korrigiert wurden 21465 Sätze und 2149 Verweisungen, wobei 2304 dublette Sätze erzeugt und verschmolzen wurden.

In der SWD wurden 5057 Schlagwortsätze neu erfaßt (3,4 % mehr als im Vorjahr), 8812 Online-Korrekturen durchgeführt (3,8% mehr als im Vorjahr), davon 1377 Änderungen der Ansetzungsform, und 461 Sätze gelöscht. Die Zahl der versandten SWD-Mailboxen betrug 5038 (24% weniger als im Vorjahr),

Die Information der SWD-Anwender (Fachreferenten im Haus, regional und überregional) durch den wöchentlichen Änderungsdienst wurde durch den E-mail-Versand einer aufbereiteten WORD-Datei verbessert. Im WWW wurde ein um einige Anleitungstexte ergänztes Formular für die Meldung neuer Schlagwörter und Verbesserungsvorschläge für die SWD eingerichtet. Der größte Teil der Kommunikation zwischen Verbundredaktion und Bibliotheken sowie Fachleuten läuft inzwischen über E-Mail.

Dr.Stumpf führte den Vorsitz in der Kommission für Sacherschließung bei der Generaldirektion, beteiligte sich an der Gestaltung der Sacherschließungsfunktionen im künftigen Verbundsystem und war als Vertreter des BVB in der inzwischen aufgelösten Expertengruppe RSWK tätig. Aus der 3.Auflage des Regelwerks, die 1998 erscheinen soll, wurden einige für das Online-Retrieval besonders wichtige Neuerungen (z.B. Verwendung spezifischer Begriffe unabhängig vom Kontext, zusätzliche Sucheinstiege, Ansetzung von Namen nach RAK/PND) verbundweit bereits angewendet.

 

1996

 

Vom 17.5.-20.6. fand wieder eine statistische Erhebung der Schlagwortvergabe statt. Die angestrebte Steigerung der Fremddaten-Übernahmequote (Übernahme vorhandener Beschlagwortung ohne Veränderung, ggf. aber Auswahl) konnte dabei bestätigt werden: von 79,6% (1994) auf 82,8%.

Eine Benutzerumfrage mit kurzen Fragebögen zur sachlichen Suche im OPAC lief von März bis Mai. Bei enttäuschendem Rücklauf konnte aus den von Benutzern geäußerten Kritikpunkten und Wünschen dennoch ein aufschlußreiches Bild über den Stellenwert der bekannten Mängel und andere Erwartungen gewonnen werden.

Die Verbundredaktion erstellte 2 Infos mit zusammen 79 Korrekturfällen und zahlreichen allgemeinen Mitteilungen sowie 10 Listen zentraler Korrekturen mit zusammen 860 Korrekturfällen. Hierdurch wurden 35470 Schlagwortsätze und 4012 Verweisungssätze geändert und 1336 identische Sätze erzeugt und zusammengelegt. Die Zahl der korrigierten Sätze liegt doppelt so hoch wie 1995; besonders schlugen die PND/SWD-Angleichungen bei Personennamen zu Buche. In BVB-KAT wurden etwa ebenso viele Online-Korrekturen ausgeführt wie im Vorjahr (ca. 25 000).

In der SWD wurden durch die UB Augsburg 4891 Schlagwortsätze neu erfaßt (25% mehr als im Vorjahr). Einen wachsenden Anteil haben die aus früherer Verwendung im Verbund für die Normdatei aufbereiteten Begriffe. 43% aller im Berichtsjahr in der SWD neu erfaßten Sätze kamen aus dem Bibliotheksverbund Bayern. Durch den Einsatz einer Praktikantin, die dann auch zwei Monate als Angestellte arbeitete, wurden bei der Aufarbeitung alter Schlagwortsätze in der SWD Fortschritte erzielt. An der UB Augsburg wurden 8492 Online-Korrekturen ausgeführt und 6631 Mailboxen versandt. Im Herbst wurde die Online-Verbindung zur Deutschen Bibliothek Frankfurt/M. von X-25 auf TCP/IP umgestellt und arbeitet nach anfänglichen Problemen stabiler als zuvor.

Zum 31.12.1996 wurde die alphabetische Kartei der SWD-Ansetzungen abgebrochen. Meldezettel werden tageweise unsortiert abgelegt; darüber hinaus werden auch neue Sätze papierlos erfaßt. Die Bearbeitung des SWD-Änderungsdienstes (wöchentliche Listen) beschränkt sich ab Oktober auf Ansetzungsänderungen und Löschungen. Beide Maßnahmen haben zur Beschleunigung der SWD-Arbeit geführt.

 

1995

Am 31.12.1995 waren von den 1 137 223 H-Sätzen (Titelaufnahmen) im Katalog der UB Augsburg 541 882 (48,5%) mit Schlagwörtern versehen. Der Jahreszuwachs betrug 22 278 (4,3% des Gesamtbestands gegenüber einem Zuwachs von 3,3% bei den H-Sätzen insgesamt). Der Anteil mit Schlagwörtern erschlossener Titel nimmt also zu. Gegenüber 1994 wurden 18% mehr Titel beschlagwortet. Im lokalen System befinden sich 1 070 160 Schlagwortsätze (Ketten). An einem Titel hängen durchschnittlich zwei Schlagwortketten.

Gegen Jahresende zeigte sich bei verstärktem Buchdurchlauf, daß die Schlagwortredaktion bei normalem Einsatz der Erfassungskräfte (eine halbe Personalstelle wurde ab 1.9. nur durch eine studentische Hilfskraft ersetzt) auch in Stoßzeiten kein Nadelöhr im Geschäftsgang darstellt.

Die Koordinierungsstelle für den Verbund erstellte 4 Infos mit zusammen 108 Korrekturfällen und zahlreichen allgemeinen Mitteilungen sowie 9 Listen zentraler Korrekturen mit zusammen 519 Korrekturen. Durch zentrale (maschinelle) Korrektur wurden 17 033 Schlagwortsätze und 1827 Verweisungssätze geändert und dabei 2570 identische Sätze erzeugt und zusammengelegt. Im Durchschnitt reduziert sich also bei 15% der Korrekturen die Schlagwortdatei um je einen Datensatz. Noch deutlich höher liegt diese Quote bei den manuellen Online-Korrekturen, von denen die UB Augsburg in diesem Jahr 24 936 erledigte (16% mehr als 1994).

Die Arbeitsgruppe für Schlagwortfragen bei der Generaldirektion tagte am 18.1. in Augsburg zum letzten Mal. Am 1.4. nahm die neue Kommission für Sacherschließung (Vorsitz: Dr.Stumpf) ihre Arbeit auf.

An der SWD-Kooperation nehmen seit 1995 auch der österreichische BIBOS-Verbund und der Göttinger Bibliotheksverbund erfolgreich teil. In der SWD wurden an der UB Augsburg 3914 Schlagwortsätze neu erfaßt (18% weniger als 1994). Das PICA-ILTIS-System arbeitete wesentlich stabiler als im Vorjahr, deshalb konnten 4803 Online-Korrekturen (5% mehr als 1994) ausgeführt und 5438 Mailboxen (6% mehr als 1994) verschickt werden. Die wöchentlichen Neuansetzungslisten der SWD liegen nun auch für die Fachreferenten aus. Stellungnahmen zur SWD aus dem Verbund kommen auch über E-Mail. Seit Dezember ist über PICA-ILTIS auch ein komfortabler Zugriff auf die jetzt bei der Deutschen Bibliothek geführte Personennamendatei (PND) möglich, die noch im Aufbau ist.

1994

Vom 21.9. bis 21.10.1994 wurde wieder eine statistische Auswertung der Schlagwortvergabe durchgeführt.

Erhoben wurde an 22 Arbeitstagen der Stand nach der SW-Erfassung

(in Klammern die Zahlen der Statistik Sept./Okt.1992).

Durchgelaufene Titel: 2304 (2672)

Kein Schlagwort vergeben: 434 18,8% (14,2%)

Beschlagwortet: 1870 81,2% (85,8%)

davon: keine Fremddaten ausgedruckt 561 30,0% (47%)

Fremddaten ausgedruckt 1309 70,0% (53%)

davon: unverändert übernommen 1042 79,6% (77%)

nur weitere Kette erg. 31 2,4% (5%)

korrigiert 236 18,0% (18%)

Von den unveränderten Übernahmen (1042 = 100%)

stammen von DB 306 29,4%

BSB 284 27,3%

UB Regensburg 124 11,9%

UB München 98 9,4%

UB/SB Bamberg 52 5,0%

UB Erlangen 37 3,6%

UB Passau 26 2,5%

UB Bayreuth 21 2,0%

UB Würzburg 18 1,7%

UB Eichstätt 16 1,5%

LB Coburg 13 1,2%

TUB München 9 0,9%

FHB Regensburg 8 0,7%

9 weitere Bibl. zus. 18 1,7%

Die Korrekturen verteilen sich wie folgt (236 = 100%):

Anderes SW gewünscht 80 33,9% (29%)

Permutations-Korrektur 51 21,6% (15%)

Ergänzung der SW-Kette 47 19,9% (20%)

Regelverstoß, SWD-Fehler 32 13,6% (16%)

Kürzung der SW-Kette 26 11,0% (22%)

Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

1. Fast ein Drittel der zu beschlagwortenden Titel sind noch ohne Sacherschließungs-Fremddaten, so daß hier die UB Augsburg potentieller Schlagwortdaten-Erstlieferant im Verbund ist.

2. Die Übernahmequote hat sich bei ca. 80% eingependelt.

3. Bei den Korrekturgründen spielen Regelverstöße und die Verwendung nicht SWD-konformen Vokabulars keine große Rolle mehr. Durch eine bessere Terminologie- und Begriffskontrolle über die SWD könnten die subjektiven Abweichungen ("anderes Schlagwort gewünscht", "Ergänzung/Kürzung der Kette") noch weiter reduziert werden.

Die Schlagwort-Koordinierungsstelle für den Verbund erstellte drei Infos (bzw. Info-Listen) mit zusammen 103 Korrekturfällen, 11 Listen zentraler Korrekturen mit zusammen 984 Korrekturen und zahlreiche Einzelkorrekturhinweise für die Verbundbibliotheken. Die Zahl der durch die UB Augsburg online erledigten Korrekturen in der Schlagwortdatei erreichte mit 10717 einen neuen Höchststand. Zahlreiche Hinweise von Fachreferenten unserer Bibliothek und anderer Bibliotheken zur Verbesserung der Benutzerführung im Katalog und in der SWD wurden dabei aufgegriffen.

Die Arbeitsgruppe für Schlagwortfragen, deren Vorsitz die UB Augsburg hat, tagte am 24.2. in Eichstätt.

In der Schlagwortnormdatei konnte erst ab Anfang Februar wieder online gearbeitet werden, nachdem ein neuer Server installiert und ans Netz gehängt worden war. Der Arbeitskomfort im System PICA-ILTIS ist hervorragend; leider gab es ständige Systemabstürze, die offenbar durch Inkompatibilitäten zwischen ILTIS und der UNIX-Umgebung zu erklären und bisher nicht abzustellen sind. Dennoch wurden deutlich mehr Online-Ergänzungen ausgeführt, aber auch der Mailboxverkehr intensiviert, zumal ab 1.5. als neuer Partner der Südwestverbund hinzukam. Von Augsburg wurden 5125 Mailboxen abgesandt (gegenüber 1992 ein Zuwachs von 60%). Mit 4736 Neuerfassungen wurde der Stand des Vorjahres erreicht. Gleichbleibend ist der Zugang an Schlagwort-Neumeldungen, die sich allerdings jetzt auf mehr Bibliotheken verteilen.

Bei der Regelwerkspflege und der Erarbeitung von Praxisregeln zur Gestaltung der SWD arbeitete Dr.Stumpf im Rahmen der Expertengruppe RSWK des DBI mit.

Dr.Meyer nahm an einem Treffen juristischer Fachreferenten am 27./28.6. in der Deutschen Bibliothek, Frankfurt/M. teil, das sich hauptsächlich mit der Erarbeitung von Vorschlägen zur Änderung der RSWK im Bereich der Rechtsmaterien befaßte.

Dr.Mette nahm am 6./7.9. an einem SWD-Fachreferententreffen für Wirtschaftswissenschaften ebenfalls in Frankfurt/M. teil.

1993

Das Jahr 1993 brachte weitere Fortschritte bei der Arbeit mit dem Schlagwortteil von BVB-KAT. Es gab zwar weiterhin zahlreiche Systemausfälle, jedoch die Antwortzeiten verkürzten sich, und viele von den Bibliotheken des bayerischen Verbundes beantragte Verbesserungen im System wurden realisiert, so daß die Recherche in Verbund-Schlagwortdaten und Schlagwortnormdatei effektiver abläuft.

Die Fremddaten-Übernahmequote blieb etwa gleich bei 55% insgesamt und 80% bezogen auf die Menge vorgefundener Schlagwörter anderer Bibliotheken. Einerseits wurden die eigenen Katalogisierungsrückstände abgebaut und somit die Wahrscheinlichkeit, bei Neuzugängen bereits Fremddaten vorzufinden, geringer; andererseits ist die Zahl der am Online-Verbund teilnehmenden Bibliotheken gestiegen, damit kann oft auf die Schlagwörter weiterer Universitätsbibliotheken mit schnellem Geschäftsgang zurückgegriffen werden.

Die Schlagwort-Koordinierungsstelle für den Verbund erstellte zwei Infos und drei Info-Listen mit zusammen 216 Korrekturfällen. Die Zahl der selbst durchgeführten Korrekturen und der über die EDV-Abteilung der Generaldirektion laufenden zentralen Korrekturen ist gestiegen, da mit der Einspeicherung weiterer großer Bibliotheken immer mehr korrekturbedürftige Einträge erkennbar wurden, die überwiegend aus "Altlasten" (früherer Regelwerksstand bzw. Bestichwortung) stammen und im Mikrofichekatalog verborgen blieben. Im Zuge der begonnenen Datenbankbereinigung werden zahlreiche Fehler im eigenen Katalog der UB Augsburg beseitigt, die Benutzerführung durch Verweisungen verbessert und künftigen Diskrepanzen durch die Harmonisierung von SWD und der Praxis im BVB vorgebeugt.

Die Arbeitsgruppe für Schlagwortfragen bei der Generaldirektion, deren Vorsitz die UB Augsburg hat, tagte am 23.4. in München.

Für die SWD wurden 4749 neue Schlagwörter erfaßt und auch die Rückstände an früheren Meldungen aus dem Verbund abgearbeitet. Ab 1.12. war der Zugriff auf die Online-SWD nicht mehr möglich, da die Deutsche Bibliothek zu diesem Zeitpunkt auf das neue System ILTIS-PICA überging und der Anschluß der neuen Hardware an das Augsburger LAN erst 2 Monate später gelang.

Bei der Regelwerkspflege und der Erarbeitung von Praxisregeln wirkte Dr. Stumpf im Rahmen der Expertengruppe RSWK des DBI mit.

Dr. Meyer nahm an einem Treffen juristischer Fachreferenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Frankfurt/M. teil, auf dem am 29./30.3. grundlegende Fragen der Sacherschließung im Bereich Recht erörtert wurden.

 

1992

Die Arbeit in BVB-KAT wurde 1992 auch im Schlagwortkatalog zur Routine. Neben der allgemeinen Beschleunigung durch die Inbetriebnahme des neuen Verbundrechners erhöhten einige Verbesserungen im Dialogbetrieb sukzessive die Effektivität der Recherchen und Korrekturen in der Schlagwort-Datei. Nur bei der Datenerfassung zu Stoßzeiten gab es gewisse Engpässe (meistens nach Systemausfällen), die in der 2. Jahreshälfte durch den längerfristigen Einsatz einer gewissenhaft arbeitenden studentischen Hilfskraft bewältigt wurden.

Eine statistische Erhebung in der Schlagwortredaktion vom 7.9.-9.10.92 (2672 durchgelaufene Titel) brachte folgende Ergebnisse:

Beschlagwortet: 85,8 %

davon: kein Schlagwort als Fremdleistung vorhanden: 47 %

Schlagwörter als Fremdleistung angeboten: 53 %

davon: unverändert übernommen: 77 %

nicht übernommen, geändert, ergänzt: 23 %

Bei den Änderungen und Ergänzungen gab es folgende Gründe:

Schlagwort nicht SWD-konform: 16 %

Anderes Schlagwort gewünscht: 29 %

Erweiterung der Kette gewünscht: 20 %

Kürzung der Kette gewünscht: 22 %

Nur zusätzliche Ketten vergeben: 9 %

Sonstige Gründe (z.B. falsche Kettenbildung,

Permutationen, Schreibfehler) 15 %

Eine Analyse der Herkunft übernommener Schlagwortketten zeigte, daß die BSB und die Deutsche Bibliothek an der Spitze liegen (zusammen über 50%). 15% der Titel waren nur von der DB beschlagwortet. Schätzungsweise 35% der Ketten stammten von der DB, 30% von der BSB. Auch die Schlagwörter der UB München haben mit 15% einen beträchtlichen Anteil; aus den übrigen Verbundbibliotheken stammten zusammen weniger als 10%.

Aus der Arbeit der Schlagwort-Koordinierungsstelle für den Verbund erwuchsen 1992 vier Infos und drei Info-Listen mit insgesamt 360 Korrekturfällen, dazu Korrekturmeldungen an einzelne Bibliotheken etwa im Umfang der Vorjahre. Die Arbeitsgruppe für Schlagwortkatalogisierung bei der Generaldirektion, deren Vorsitz bei der UB Augsburg liegt, tagte am 22.1. in Erlangen, am 22.7. und 16.10. jeweils in München. Auf einer Besprechung der größeren BVB-KAT-Bibliotheken am 12.2. wurde ein Verfahren für die zentralen Korrekturen vereinbart.

Die Erfassung neuer Ansetzungen für die SWD hat gegenüber 1991 stark zugenommen: mit 7615 (Vorjahr: 5030) ergibt sich ein Zuwachs von 51%. Hieran ist das DFG-geförderte SWD-Projekt beteiligt, in dessen Rahmen u.a. bayerische Schlagwörter für die SWD aufbereitet und 155 Schlagwortmeldungen aus dem Verbund der österreichischen wissenschaftlichen Bibliotheken eingebracht wurden. Aber auch die Rückstände an Neumeldungen früherer Jahre wurden spürbar reduziert. Der Mailbox-Verkehr mit den anderen SWD-Partnern schlug sich in 3193 (Vorjahr: 3047) abgesandten Nachrichten nieder. Im Rahmen der Regelwerkspflege arbeitete Dr.Stumpf als Vertreter des bayerischen Verbundes in der RSWK-Expertengruppe des DBI mit.

Alternativen zur Neuorganisation der Schlagwort-Datenverwaltung, besonders im Hinblick auf den OPAC, wurden im Hause und im Verbund diskutiert; es steht fest, daß die sachliche Suche im OPAC effektiver gestaltet werden muß, möglichst ohne dem Benutzer etwas vom Informationsgehalt der geleisteten verbalen Erschließung nach RSWK vorzuenthalten.

1991

Auch im Schlagwortkatalog konnte im März 1991 der Probebetrieb und im Mai die reguläre Arbeit im neuen Online-System BVB-KAT beginnen. Die Erfassung der Schlagwortdaten (bzw. Verknüpfung von Titel und Schlagwörtern) erfolgt jetzt in der Schlagwortredaktion; anschließend wird in der Schlußstelle die Signatur erfaßt. Die Vorteile einer guten Geräteausstattung der Schlagwortredaktion wurden jedoch durch Betriebsstörungen und zu lange Antwortzeiten zunichtegemacht, so daß die reine Erfassungs- und Verknüpfungsarbeit am Bildschirm nicht effektiv genug und für die Mitarbeiterinnen strapaziös war. Daher wurde die ab September geschaffene Möglichkeit einer gefelderten Online-Erfassung der Schlagwörter sehr begrüßt.

Nach einer ersten Erhebung in der Zeit vom 1.-24.7. wurden von den beschlagworteten Titeln bei 67% Schlagwörter anderer Bibliotheken (einschließlich Deutsche Bibliothek) vorgefunden und diese zu 76% unverändert übernommen. Die durchschnittliche Durchlaufzeit eines Buches vom Fachreferenten bis zur Schlußstelle beträgt 2 Tage.

Der Schlagwortteil des OPAC weist noch erhebliche Mängel auf; vorläufig wird daneben der Mikrofiche-Schlagwortkatalog benötigt. Die Benutzer wurden zum WS 1991/92 erstmals in die Recherchetechnik mit dem OPAC eingeführt, gleichzeitig wird aber auf Verbesserungen des Systems im Bereich der sachlichen Literatursuche hingearbeitet.

Die durch die Trennung in Offline- und Online-Verbund erschwerte Schlagwort-Koordinierung mit dem Ziel einer Kongruenz von Schlagwortnormdatei (SWD) und Verbund sowie möglichster Konsistenz der Ansetzungen innerhalb des bayerischen Verbundes konnte im bisherigen Umfang weiter geleistet werden. Es wurden 7 Schlagwort-Infos (für beide Verbundteile gemeinsam) erstellt und zentrale Korrekturen in beiden Verbundteilen veranlaßt.

Für die Regelwerkspflege arbeitete Dr.Stumpf in der neuen RSWK-Expertengruppe des Deutschen Bibliotheksinstituts mit. Die 2. Auflage der RSWK wurde in diesem Jahr ebenso fertiggestellt wie die Beispielsammlung dazu und die Grundausgabe der Praxisregeln.

Die Arbeitsgemeinschaft für Schlagwortkatalogisierung bei der Generaldirektion der Bayerischen Staatlichen Bibliotheken, deren Vorsitz bei der UB Augsburg liegt, tagte am 18.3. und am 25.7. jeweils in Augsburg.

1991 wurden 5030 (Vorjahr: 4466) von der UB Augsburg und anderen bayerischen Bibliotheken stammende Schlagwörter neu in die SWD eingebracht, was einer Zunahme von 11% entspricht. Im Rahmen des neuen DFG-Projekts "Wortschatzkontrolle und Aufnahme neuer Partner für die SWD" ist eine Diplombibliothekarin ab 1.2.1991 für die Einarbeitung bayerischer Schlagwörter und die Prüfung und Eingabe von Schlagwörtern des österreichischen Bibliotheksverbundes in die SWD tätig.