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RSWK-Revision Anwendung 2010


22. März 2010

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in den letzten Jahren hat es im Rahmen des Projekts "Umstieg auf internationale Datenformate und Regelwerke" allerlei Entwicklungen gegeben, die nun allmählich konkreter werden und die tägliche Arbeit aller, die mit Erschließung zu tun haben, stärker zu beeinflussen beginnen.

Die Sacherschließung nach RSWK und SWD hat es nicht nur mit Veränderungen im Bereich der Normdaten zu tun (z.B. einheitliche Ansetzungsformen für Formal- und Sacherschließung, Einpassung in die Vorgaben des neuen Regelwerks RDA auf der Basis der FRBR), sondern auch im Bereich der syntaktischen Indexierung (Verknüpfung/Kombination mehrerer Schlagwörter zu Schlagwortketten). Der Hauptanlass waren die Probleme bei der Umsetzung der im Datenformat MAB geschaffenen Strukturen für die RSWK-Anwendung in das künftige Format MARC21. Hinzu kamen aber auch Forderungen nach einem liberaleren Umgang mit heterogenen Daten zwecks leichterem Datenaustausch und nach Vereinfachung der Regeln, um eine größere Wirtschaftlichkeit bei der Sacherschließung zu erreichen. Die weitere Reduzierung des Aufwands soll es ermöglichen, mehr Titel überhaupt einer Inhaltserschließung zuzuführen.

Als erklärte Ziele der RSWK-Anwender wurden außerdem formuliert:
- die Nutzung der verbalen Sacherschließung bei der Recherche zu verbessern,
- die seit langem auseinandergelaufene RSWK-Anwendung in den Verbünden (v.a. "Schlagwortreihen" des GBV vs. Schlagwortketten der DNB und der anderen Verbünde) wieder zusammenzuführen,
- die spezifischen Vorteile der intellektuellen Schlagwortvergabe gegenüber anderen Verfahren, insbesondere der Kataloganreicherung und maschineller Indexierung zur Geltung zu bringen, indem sich das Regelwerk als reformfähig erweist und seine Anwendung auf den heutigen webbasierten Erschließungskontext abgestimmt wird.

In diesem Zusammenhang wurde nun als erstes Paket die Revision der Regeln zur Bildung von Schlagwortfolgen (RSWK §§ 13-15) erarbeitet. Diese neuen Regeln sollen ab 1. April 2010 von der DNB und den Verbünden angewandt werden. Damit sind auch Sie mit allen Kolleginnen und Kollegen, die in Ihren Bibliotheken verbale Sacherschließung betreiben, aufgerufen, sich auf die Änderungen ein- und Ihre Schlagwortvergabe-Praxis umzustellen.

Erfreulicherweise wird auch der Gemeinsame Bibliotheksverbund (GBV) seine Abweichungen wieder aufgeben und auf der neuen gemeinsamen Regelbasis arbeiten.

Bitte informieren Sie sich auf der Website der Schlagwort-Verbundredaktion über den Regelwerkstext (RSWK-Ergänzungslieferung 6) und einige Hintergründe und Überlegungen dazu ("Erläuterungen und Beispiele").

Widersprüche zwischen den neuen Grundregeln und diversen RSWK-Einzelregeln werden mit einer Ergänzungslieferung 7 beseitigt, die bis zur Jahresmitte vorliegen soll.

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern an uns wenden.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gerhard Stumpf

für die Schlagwort-Verbundredaktionen UB Augsburg und BSB