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Max Mohr

(* 17.10.1891 in Würzburg, † 19.11.1937 in Shanghai)

In Würzburg als Sohn jüdischer Kaufleute geboren, verlebte Mohr dort auch seine Jugend und studierte dann in München Medizin. Ausgeprägt war seine Abneigung gegen ein bürgerliches Leben. Vor dem Krieg kletterte er in den Bergen, reiste in den Orient und war in Kairo Zirkusreiter. Im ersten Weltkrieg Militärarzt, verbrachte er ein Jahr als englischer Kriegsgefangener. In den zwanziger Jahren, nun verheiratet, kam Mohr als Bühnenautor durchaus beim Publikum an ("Improvisationen im Juni" u. a. von Max Reinhardt inszeniert, ein Drama über die Befreiung von einer seelenlosen Zivilisation; "Ramper", 1925, auch mit Paul Wegener verfilmt). Nach den Dramen veröffentlichte er bis 1933 vier Romane. Obwohl mit Frau und Kind seit 1921 am Tegernsee ansässig, reiste Mohr weiterhin viel, erneut bemüht, einer bürgerlich-familiären Enge zu entkommen. Freundschaft verband ihn mit D. H. Lawrence, den er als Arzt begleitete. 1934 wurden Mohrs Werke verboten, und er verließ Deutschland, des Schreibens überdrüssig, ließ aber ohne wirkliches Bewusstsein von der antisemitischen Gefahr seine Familie zurück. In Shanghai praktizierte er wieder als Arzt, schrieb nur noch Briefe, bis er sich ganz zuletzt seinem unvollendeten Roman "Das Einhorn" wieder zuwandte. Mitten in seiner unermüdlichen ärztlichen Arbeit ereilte ihn ein Herzschlag.


Die Werke von Max Mohr sind in unserer Sammlung fast vollständig vorhanden.
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Max Mohr in Wikipedia

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