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Theodor Lessing

(* 8. 2.1872 in Hannover, † 31.8.1933 in Marienbad)

Lessing, der aus dem deutsch-jüdischen Bildungsbürgertum stammte, empfand seine Kindheit und Schulzeit als Qual. Er begann auf Verlangen des Vaters ein Medizinstudium, wechselte jedoch nach dessen Tod 1896 zu Philosophie und Psychologie. Er war ein öffentlicher Verfechter des Feminismus und wandte sich um 1900 dem Zionismus zu. 1908 habilitierte er sich an der TH Hannover, wo er daraufhin eine Privatdozentur für Philosophie übernahm. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete er trotz seiner pazifistischen Einstellung als Lazarettarzt und schrieb in dieser Zeit „Philosophie als Tat“ (1914) und „Europa und Asien“ (1918) sowie sein philosophisches Hauptwerk „Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen“, in dem sich Lessing eindeutig gegen den Krieg positionierte. Diese Werke wurden von der Militärzensur verboten; letzteres konnte erst nach Ende des Krieges erscheinen. Er setzte sich in seinen späteren Schriften mit Antisemitismus und dem eigenen Judentum auseinander und kommentierte den erstarkenden Nationalsozialismus kritisch. In „Kleines Lexikon fürs Dritte Reich“ (1932) prognostizierte er die drohende Katastrophe. Am 1. März 1933 emigrierte er mit seiner zweiten Frau in die Tschechoslowakei und ließ sich in Marienbad nieder. Dort erschossen ihn am 30. August 1933 nationalsozialistische Attentäter durch das Fenster seines Arbeitszimmers. Er erlag am folgenden Tag seinen Verletzungen.


Die Werke von Theodor Lessing sind in unserer Sammlung noch nicht vollständig vorhanden.
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