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Johannes R. Becher

(* 22.5.1891 in München, † 11.10.1958)

Da er sich dem Druck des Vaters, der für seinen Sohn etwas Besseres vorgesehen hatte als eine Karriere als Schriftsteller, nicht gewachsen sah, beschloss Johannes R. Becher im Alter von 19 Jahren zusammen mit seiner Jugendliebe einen Doppelselbstmord. Seinem Überleben folgte eine chaotische Zeit: Becher, der mittlerweile für das Medizinstudium, das er niemals abschließen wird, nach Berlin gegangen war, gründete dort mit Heinrich Bachmair den Verlag „Heinrich F.S. Bachmair“ und veröffentlicht sein erstes Gedicht Der Ringende. Der Verlag geht jedoch schnell zu Grunde und Becher verfällt immer mehr dem Morphium. Dennoch entsteht zu dieser Zeit sein wohl wichtigstes expressionistisches Werk: Verfall und Triumph. Nach seinem Entzug wird er in der Politik tätig. Er tritt der KPD bei und steigt in der Parteihierarchie schnell auf. Dies hat zur Folge, dass Becher, dessen politische Gesinnung sich nun auch in seinen Werken wiederspiegelt, nach der Machtübernahme auf der schwarzen Liste steht und emigrieren muss.  Er flieht zunächst nach Prag, von dort nach Paris und Moskau. Er wird Chefredakteur der Exilzeitschrift Internationale Literatur und wird Mitglied des Zentralkomitees der KPD. Dieser Tatsache und seinen daraus entstehenden Kontakten ist es wohl zu verdanken, dass er die Säuberungsaktionen in Russland unbeschadet übersteht. 1940 publiziert er in Moskau seinen autobiografischen Roman Abschied. Als er 1945 endlich nach Deutschland zurückkehren kann wird er Präsident des „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ und gründet die Zeitschriften Aufbau und Sonntag. 1954 erreicht Bechers politische Laufbahn wohl seinen Höhepunkt: Er wird der erste Minister für Kultur. Am 11. Oktober 1958 stirbt Johannes R. Becher in Ost-Berlin.


Die Werke von Johannes R. Becher sind in unserer Sammlung fast vollständig vorhanden.
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Ausführliche Biographie

 

 

 

Becher_1951


Foto: ADN-ZB Donath-Sei-Schm-III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin 1951 UBz: Johannes R. Becher im Gespräch mit Jungen Pionieren im Zeltlager der Pionierrepublik "Ernst Thälmann"in der Wuhlheide. 4.8.1951
(Bundesarchiv, Bild 183-M0213-0307 / Otto Donath / CC-BY-SA 3.0)