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Die Ära Löffelholz



Der Mitte des 19.Jhdts. verwendete Stempel zur Kennzeichnung der Bücher (rechts außen); darüber Beistzvermerk Marquard Fuggers (in: Aphthonius, Progymnasmata, Lyon 1602, 02/II.4.8.39)


Große Fortschritte machte im 19.Jhdt. die bibliothekarische Erschließung und Bearbeitung der Bestände. Die zentrale Figur in diesem Zusammenhang ist der Nürnberger Wilhelm Christian Eberhard Friedrich Freiherr Löffelholz von Colberg (1809 – 1891), der seit 1836 die Gewerbeschule in Nördlingen leitete und 1842 zur "Respizienz und Leitung der Fürstlichen Bibliothek und der damit verbundenen Sammlungen in Maihingen" bestellt wurde.

Die Erstellung eines Gesamtkatalogs der Druckschriften war bei Löffelholz’ Dienstantritt zwar bereits in die Wege geleitet, doch fielen die Hauptarbeit am Katalog und dessen Fertigstellung in seine Jahre. Es entstanden ein systematischer Katalog (die auch an der UB Augsburg beibehaltene Systematik orientierte sich an der der Münchener Hofbibliothek) und ein Autorenkatalog in Zettelform. Ganz befriedigend war diese Erschließung nie: Wenn mehrere Drucke zusammengebunden war, verzeichnete der systematische Katalog meist nur den ersten Druck; bei Anonyma bot der Zettelkatalog keine Hilfe.

Intensiv beschäftigte sich Löffelholz mit den Handschriften und ließ sich dabei u.a. von Johann Andreas Schmeller beraten, einem der bedeutendsten deutschen Sprachforscher des 19.Jhdts. (Bayerisches Wörterbuch, 1827-37). Löffelholz entwickelte eine neue systematische Aufstellung und legte einen Band- sowie einen Kapselkatalog an. Die ausführlichen Beschreibungen auf den Zetteln der Kapselkataloge sind auch heute noch wertvolle Unterlagen für die Handschriften, die noch nicht in den seit 1988 erscheinenden Handschriftenkatalogen der UB Augsburg erfasst sind. Die Handschriften der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek wurden bereits im 19.Jhdt. häufig zu wissenschaftlichen Zwecken ausgewertet.

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