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Säkularisationszuwachs: Kirchheim ...


 

Namenseintrag der Zisterzienserin Ursula Müller und Besitzvermerk des Klosters Kirchheim (in: Johann Sebastian Rechlinger, De gemitu columbae, Augsburg 1618, 002/XIII.6.8.906)


Das 1270 von Graf Ludwig II. von Oettingen gegründete Zisterzienserinnenkloster Kirchheim war als oettingisches Hauskloster eng mit der Familie verbunden, diente z.B. bis zur Reformation 70 Familienmitgliedern als Begräbnisstätte. Es geriet im 16. Jhdt. in das Spannungsfeld der konfessionellen Auseinandersetzungen zwischen der protestantischen Linie Oettingen-Oettingen und der katholischen Linie Oettingen-Wallerstein, entging aber der drohenden Aufhebung und konnte sich bis zur Säkularisation behaupten.

Bei der Bibliothek handelte es sich um eine nie systematisch ausgebaute Gebrauchsbibliothek von kleiner bis mittlerer Größe, in der, wie es für Frauenklöster charakteristisch war, Liturgica und deutschsprachige Gebets- und Erbauungsliteratur dominierten und wissenschaftliche Literatur im engeren Sinn fehlte.

Da die Schwestern nach der Säkularisation zunächst im Kloster verbleiben durften, erfolgte der Abtransport der Bibliothek erst 1831. Heute sind ca. 400 Bände aus Kirchheim in der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek nachweisbar.

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