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... St. Mang in Füssen



Besitzvermerk des Klosters St. Mang in Füssen (in: Kaspar Schatzgeyer, Examen Novarvm Doctrinarvm pro elucidatione ueritatis Euangelicae & catholicae, Ulm 1523, 02/XIII.5.4.79)


Das Benediktinerkloster St. Mang in Füssen entstand Mitte des 9. Jhdts., ca. 100 Jahre nach dem Tod des hl. Magnus, der aus St. Gallen zur Missionierung des Allgäus aufgebrochen war.

Zu den Blütezeiten des Klosters zählten die zweite Hälfte des 15. Jhdts. (Abt Johannes Hess) und das 18. Jhdt., als die noch heute bestehende repräsentative Barockanlage entstand (mit neuem, noch heute erhaltenem Bibliothekssaal) und sich unter dem letzten Abt Aemilian Hafner Tendenzen der katholischen Aufklärung und verstärktes Interesse an den Naturwissenschaften im Kloster durchsetzen konnten. (Der Bibliothekar P. Basil Sinner etwa erfand damals unabhängig von dem Franzosen Claude Chappe den Telegraphen.)

Da die Bibliothek im Laufe ihrer langen Geschichte nie von Plünderungen, Bränden o.ä. heimgesucht worden war, bedeuteten  ihre ca. 25000 Bände einen besonders wertvollen Zuwachs für die Oettingen-Wallersteinsche Bibliothek, insbesondere wegen ihrer reichen, geschlossen erhaltenen Handschriften- und Inkunabelbestände. Allerdings war es dem letzten Abt zu Ende seiner Amtszeit gelungen, einige Bände aus diesen Beständen aus der Bibliothek zu entfernen und sie später P. Placidus Braun, dem ehemaligen Bibliothekar des Benediktinerstifts St. Ulrich und Afra in Augsburg, zur Aufbwahrung zu übergeben. (Heute befinden sich diese Bände im Archiv des Bistums Augsburg.)

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