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Sammlung Singer


Die umfangreiche Sammlung jüdisch-liturgischer Musik, zu der Robert Singer vor mehr als 40 Jahren den Grundstein legte, konnte in den Jahren 2010 und 2011 in drei Tranchen von der Universitätsbibliothek Augsburg erworben werden, um sie für die Forschung zu erschließen und dauerhaft bereitzustellen.

Robert Singer wurde 1955 in Budapest als Sohn eines orthodoxen Rabbiners und Textilexperten und einer Volksschullehrerin geboren. 1965 emigrierte die Familie über Antwerpen nach Wien. Im Hauptberuf industrieller Versicherungsmakler, ist Singer seit 1974 an hohen Feiertagen auch als Kantor tätig mit Auftritten nicht nur in Wien, sondern u. a. auch in Berlin, Mainz, Saarbrücken, Cannes, Vevey, Brüssel und Göteborg.

Die Sammlung Singer wurde am 25. Juni 2012 in einem Festakt im Ausstellungsfoyer der Zentralbibliothek feierlich übergeben. In einer kleinen Ansprache erinnerte sich der Kompilator bei dieser Gelegenheit an den Beginn seiner Sammeltätigkeit: „Es war einmal eine kleine Wohnung im 7. Bezirk der ungarischen Hauptstadt Budapest, nahe dem wunderschönen Stadtpark. Jeden Sonntag fand hier bei kommunistischem Kaffee, koscherem Kuchen und ordentlich stinkenden Sliwowitz eine höchst konspirative Zusammenkunft statt” [mehr]. Die Sammlung umfasst ca. 20.000 Seiten Noten in gedruckter Form, etwa 2.000 Seiten handschriftliches Notenmaterial (Unikate) sowie knapp 500 Tonträger (Schallplatten, CDs, Tonkassetten), darunter zahlreiche unikate Privatmitschnitte.

Zusammen mit der bereits Ende der 1980er Jahre von der Universitätsbibliothek Augsburg erworbenen Sammlung des Budapester und später Straßburger Kantors Marcel (Martón) Lorand (1911-1988) gehört sie zu den bedeutendsten ihrer Art in Europa. Wie diese dokumentiert sie den aschkenasischen Synagogengesang in aller Breite und ergänzt die zuvor erworbene Sammlung in geradezu idealer Weise.

Seit Übernahme der Sammlung Singer verfügt die Universitätsbibliothek Augsburg über einen Bestand an jüdisch-liturgischer Musik, der innerhalb Europas ohne Gegenstück sein dürfte.