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Triumphus amoris, Augsburg 1695


 

Triumphus Amoris, De Cunctis universi huius Incolis Actus, Emblematibus ac Symbolis Latinis, Italicis, Gallicis, Germanicis Oculis exhibitus. Oder: Die über den gantzen Erd-Cräiß Triumphirende Liebe / in nachdencklichen Sinn-Bildern / neben sehr curiosen Lateinischen / Italianische n/ Französischen und Teutschen Bey-Sprüchen / auch kurtzweiligen Versen/ fürgestellet

Augspurg : Leopold, 1695
Signatur UB Augsburg: 02/III.7.8.284

 

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Die Liebe ist geltbegierig

Wo kein beredter Mund weist etwas zu erzwingen,
Da ist ein Beutel gelt der sich’re Herzen Dieb:
Das Gold kann Schne und Brand zu einer freundschaft bringen;
Drumb heißt es manich mahl auch: Gelt, ich hab dich lieb.

 

Amorknaben sammeln Äpfel, um damit die Liebesgöttin zu umwerben. Wer die meisten und schönsten Äpfel sammelt, gewinnt ihre Gunst. Vielleicht dachte der Erfinder des Emblems daran, dass Prinz Paris Aphrodite mit einem goldenen (!) Apfel zur schönsten Göttin kürte und als Belohnung die schöne Helena entführen durfte. Daneben gehören Äpfel allgemein zu den Attributen der Aphrodite. 

Der Augsburger Triumph der Liebe basiert auf den 1683 erstmals erschienenen Emblemata amatoria des englischen Literaten Philip Ayres (1638 – 1712). Ayres seinerseits griff auf wesentlich früher entstandene Emblembücher zurück, die Amorum emblemata (Antwerpen 1608) und den Thronus cupidinis (Amsterdam 1618). Vom Erfolg des Werkes zeugen mehrere englische Neuauflagen oder auch die hier vorliegende Ausgabe des Augsburger Kupferstechers und Verlegers Joseph Friedrich Leopold.

 

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Nur umb der blossen Jagd willen

Wie manche mühen sich, dass sie ein Herz besiegen,
Dass ihr erhizter Fus ein schönes Wild einhohl;
Doch, wann sie es gefällt, so lassen sie es liegen:
Es thut den Gecken nur das blosse jagen wohl!