Suche

Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänckendorf: Sinnbilder der Christen, Leipzig 1818


 

Gottlob Adolph Ernst von Nostitz und Jaenckendorf:

Sinnbilder der Christen

Leipzig : Brockhaus, 1818
Signatur UB Augsburg: 02/III.8.4.65

 

sinnbilder_300

größeres Bild

 

1809 erschien in London ein Buch mit dem Titel Religious Emblems. Es enthielt 21 Embleme, die nach gezeichneten Vorlagen von John Thurston in der Technik des Holzstichs ausgeführt waren. Diese Technik gewann im 19. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung für die Buchillustration. Die Bildtafeln wurden ergänzt durch Prosakommentare eines anglikanischen Geistlichen.

1818 erschien bei Brockhaus unter dem Titel Sinnbilder der Christen eine deutsche Ausgabe. Die Bilder wurden samt den begleitenden Beschriftungen von der englischen Ausgabe übernommen. Erläutert wurden die Sinnbilder nun durch „Adolf vom Nordstern“, ein Pseudonym des sächsischen Beamten Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänckendorf (1765 – 1836). „Der teutsche Dichter,“ so das Vorwort, habe es sich zur Aufgabe gemacht, „jedes dieser Sinnbilder ausführlicher und gemüthlicher auszudeuten, als dieß dem englischen Ausleger gelungen war.“ Er tat dies, indem er die knappe englische Prosa durch mehrstrophige Gedichte ersetzte.

Auf dem oben abgebildeten Emblem erhebt sich das Kreuz Christi triumphierend über den Personifikationen des Todes (rechts) und der Sünde (links). Der Tod, der Krone und Szepter verloren hat, jagt den letzten seiner Pfeile „sich selbst tief in das Herz.“ Im Haar der Sünde winden sich Schlangen; die goldene Schale unterhalb, einst „mostgefüllt, berauschend“: „nun ist sie ausgeleert!“

 

sinnbilder_2_400

größeres Bild

Das Thema des Emblems 13 lautet „Casting off incumbrances“. Als Inscriptio dient der Bibelvers (Brief an die Römer 13,12), der oberhalb der Pictura im griechischen Original zitiert wird. Unterhalb der Pictura ist die englische Übersetzung angefügt.

Die deutschen Textseiten bringen eine deutsche Paraphrase des Themas („Bürdenfreier Aufflug“) und die deutsche Übersetzung des Bibelverses („Laßt uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts.“). Es folgt ein vierstrophiges Gedicht, das als Subscriptio dient und die Darstellung der Pictura erläutert:

Die Nacht ist vergangen
der Tag kommt herbei.
Ein himmlisch Verlangen
hat Herzen umfangen,
die Herzen macht frei!
Von Oben erklangen
Gesänge, uns neu!
Die Nacht ist vergangen,
der Tag kommt herbei.

Nach Oben gerichtet
die Seele, den Blick!
und freudig verzichtet
auf das, was verpflichtet
dem Erdengeschick
dafern es vernichtet
das himmlische Glück!
Nach Oben gerichtet
die Seele, den Blick!
[...]