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Johannes Saubert: Emblemata sacra, Nürnberg 1625 - 1630, 02/XIII.6.2.46


 

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Des Todes Morden Halt für deß Lebens Pforten.

Während der Tod sein Opfer würgt und mit dem Pfeil bedroht, wird die entweichende Seele von Engeln in Empfang genommen und Richtung Himmel geleitet. Auf ihrem Weg durchquert die Seele den Brustkorb des Todes. Dadurch wird besonders anschaulich, dass der Tod die ‚Pforte’ zum ewigen Leben ist.

 

Johannes Sauberts Emblemata sacra enthalten 48 Sinnbilder zur „Glaubens übung“ und zur „erweckung Christlicher andacht“. Die detailreichen Kupferstiche wurden durch den aus Köln stammenden und in den Niederlanden geschulten Peter Isselburg ausgeführt. In die Kupferplatten sind bereits zweisprachig Inscriptiones und Subscriptiones eingestochen. Als weitere Textbeigaben, die jeweils eine erweiterte Subscriptio bilden, erscheinen in Typendruck deutsche Verse und ausgewählte Bibelstellen.

Johannes Saubert (1592 – 1646) wurde nach seinen Studien an mehreren Zentren des lutherischen Geisteslebens und mehrjähriger Tätigkeit in Altdorf (u. a. am dortigen Gymnasium) nach Nürnberg berufen. Dort nahm er als Prediger an den beiden Hauptkirchen St. Lorenz und St. Sebald sowie als Stadtbibliothekar großen Einfluss auf das öffentliche Leben der Stadt, u. a. auch in Fragen des Schulwesens. Saubert wirkte an wichtigen Bibeleditionen mit (Kurfürstenbibel), initiierte den ersten gedruckten Inkunabelkatalog und hinterließ zahlreiche Veröffentlichungen (vor allem Predigtliteratur).

 

 

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Heut scheinet dir das Liecht. Morgen thuts villeicht nicht.

Das „Licht“ des heutigen Tages bietet eine Gelegenheit, die der Mensch „ergreiffen“ soll, um seine Sünden zu bereuen. Da jeder Tag der letzte sein könnte, könnte es am folgenden Tag schon zu spät sein. Diese Pictura mit ihrem plakativen Hell-Dunkel-Kontrast unterscheidet sich in ihrer einfachen Gestaltung stark vom Detailreichtum der anderen Picturae.