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Johannes Sambucus: Emblemata, Antwerpen 1569, 02/IV.9 1/2.8.15


 

Johannes Sambucus:

Emblemata, et aliqvot nvmmi antiqvi

Antverpiae : Plantinus, 1569
Signatur UB Augsburg: 02/IV.9,1/2.8.15

 

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Im Tod das Leben
Für Paulus Manutius

Jene, die ihre Nächte mit Studien verbracht haben
und die bei Tage ihre Augen nicht schonen noch etwas für sich selbst wollten,
die macht ihr Name auf der ganzen Erde berühmt
und zugleich bringt sie ihr Tod in den Himmel.
Der Tod ist nicht tödlich, sie erhalten von den Musen solche Zier und einen Lohn so groß,
dass er über das Begräbnis hinaus lebt.
Dies bedeuten der Totenkopf, die Posaune, das Stundenglas des kleinen Buches,
der Lorbeer, die Schicksalsbotin und der Globus.
In Brügge, Lodovicus Vives, sind ungefähr diese Symbole
auf deinem marmornem Grab eingraviert.

 

Der Ungar Johannes Sambucus (János Zsámboky) wurde 1531 in Tyrnau (Trnava, Slowakei) geboren und starb 1584 in Wien. Er wirkte u. a. als Hofhistoriograph und Arzt am Kaiserhof. Von seinen umfassenden gelehrten Interessen zeugen seine Handschriften-, Bücher- und Münzsammlungen, seine Kontakte zu Humanisten und seine Publikationen zu antiken Autoren.

Die sehr erfolgreichen Emblemata erschienen erstmals 1564 in Antwerpen in der berühmten Offizin des Christophe Plantin. 1566 folgte eine erweiterte zweite Auflage, 1569 die hier gezeigte dritte.

 

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Sichere Leichtigkeit

Von unermesslichen Fluten ist die kleine Planke hin- und hergeworfen worden,
aber ihr geringes Gewicht bringt sie an den sicheren Strand.
Die andere dagegen wird von einer schweren Last niedergedrückt
Und, in keiner Weise den Wellen nachgebend, muss sie alsbald untergehen.
Der Eitle, der Schmeichler, der Lügner, der Windige, der auf der ganzen Erde anzutreffen ist,
entgeht dem Schaden, so lange ihn ein leichtes Lüftchen trudeln lässt.
Aber jene, die beständige Frömmigkeit und erprobte Sitten dem Neid aussetzen,
verschlingt offensichtlich die Gefahr.

 

Das Augsburger Exemplar ist mit unbedruckten Seiten durchschossen. So konnte es als Stammbuch genutzt werden, in das sich die Freunde und Bekannten des Besitzers eintrugen (siehe Abbildung unten). Allerdings wurden hier nur wenige Seiten im ersten Fünftel des Buches auf diese Weise genutzt. 

 

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