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Georgette de Montenay: Cento emblemi christiani, Frankfurt 1619, 02/III.11.8.1312


 

Georgette de Montenay:

Cento Emblemi Christiani tracciati e dichiarati, con diuerse dottrine pie e vtili Dalla noble donzella Gergette de Montenai Pvblicati prima in lingua francesa, ma adesso in fauore di quelli che di tali materie e inuentioni si dilettano, tradotti nella latina, Spagnuola, Italiana, Todesca, Fiammengha, e Inglesa

Francoforte : Unckel, 1619
Signatur UB Augsburg: 02/III.11.8.1312

 

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Die Reichen wenn sie werden feist /
So nehmen sie ab in dem Geist.
Mögen nicht leyden Gottes Ruth /
Gleich wie ein fetter Ochse thut.
Wenn derselbig ist worden geyl /
Will er nicht ziehen an dem Seyl.
Und kann nicht leyden wol dass man
In bring mit streichen auff die Ban.

 

Georgette de Montenay (ca. 1530/1540 – 1607) entstammte einer normannischen Adelsfamilie. Ihre Ehe mit dem Katholiken Guyon du Gout hinderte sie nicht daran, sich dem Kalvinismus zuzuwenden, vermutlich unter dem Einfluss von Jeanne d’Albret, der Königin von Navarra. Der Königin sind auch Montenays 1567 erstmals erschienene Emblemes chrestiens gewidmet, eine der frühesten durchgängig christlichen Emblemserien. Die Verfasserin behauptet sogar, sie habe sich als erste von Alciatis Emblematum liber dazu anregen lassen, christliche Embleme zu erfinden („lesquesls ie croy estre premier chrestiens“). Obwohl einige der insgesamt 100 Embleme die Konfession der Autorin verraten, konnte das Buch doch sowohl von Protestanten als auch von Katholiken genutzt werden.

Die Picturae der Embleme sind sehr qualitätvolle Kupferstiche, die von dem lothringischen Hofkünstler Pierre Woeiriot ausgeführt wurden. Wahrscheinlich handelt es sich um das früheste Emblembuch, das nicht mehr mit Holzschnitten, sondern mit Kupferstichen illustriert wurde. Diese Picturae erscheinen auch in späteren Ausgaben des Buches, so in der Frankfurter Ausgabe von 1619, der die Abbildungen auf dieser Seite entnommen sind. Ganz offenbar wurden zu diesem Zweck Woeiriots Kupferstiche nicht kopiert, sondern dessen Originalplatten herangezogen.

Die Subscriptiones werden in dieser Frankfurter Ausgabe in insgesamt sieben Sprachen angeboten. Für die lateinische Subscriptio gibt es sogar jeweils zwei Varianten.

 

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Sih diß geduldig Lämblein wer
Zwey oder dreymal und offt mehr
Zerrissen / von den Löwen wild /
Wo Gott nicht wer sein Schutz und Schild:
Also thut offt die Welt ringen /
Nach bössn und gottlosen Dingen /
Aber der trewe Gott die Welt
Zu rechter zeit im Zaum behelt.