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Michael Leontius Eberlein: Allgemeines Sonnen-Liecht, Zug 1708


 

Michael Leontius Eberlein:

Allgemeines Sonnen-Liecht, Das ist: Catholisch-Allgemeine Auch Jederman zustehende Liebe und Andacht Zu dem Göttlichen Hertzen Jesu Beschriben Durch Michael Leonti Eberlein, der Heil. Schrifft- und der Geistlichen Rechten Doctorn, wie auch Pfarr-Herrn in Sarmenstorff

Zug in der Schweitz : Muos, 1708
Signatur UB Augsburg: 221/BM 1630 E16-1.2; 02/XIII.6.4.130-1, -2  

 

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Ausgehend von der Seitenwunde des gekreuzigten Christus, der Blut und Wasser entströmte, entwickelte sich bereits bei den Kirchenvätern und im Mittelalter die Andacht zum Herzen Jesu. Einen wesentlichen Aufschwung nahm der Kult in den 1670er Jahren durch die Visionen der französischen Salesianerin Magareta Maria Alacoque: Christus soll ihr sein von Liebe zum Menschen entflammtes Herz gezeigt und sie aufgefordert haben, die Verehrung seines Herzens zu befördern.

Die daraufhin einsetzende volkstümliche Herz-Jesu-Verehrung wird u. a. durch das hier gezeigte Buch dokumentiert, verfasst vom damaligen Pfarrer von Sarmenstorf (Schweiz, Kt. Aargau). Offiziell verhielt sich die Kirche zunächst eher zurückhaltend. Der Einbezug der Herz-Jesu-Verehrung in die Liturgie begann erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Eberleins Buch enthält u.a. einen „poet-symbolischen Theil“ aus 23 Emblemen. Deren Inscriptio wird jeweils dadurch gebildet, dass die Buchstaben von ‚Cor Iesu’ (lateinisch für ‚Herz Jesu’) nach Art eines Anagramms umgestellt werden. Im gezeigten Emblem wird aus ‚Cor Iesu’ auf diese Weise ‚Orcus ei’ – ‚Für ihn [den Feind] die Hölle’, d. h.: Seinen Feinden gegenüber lässt das Herz Jesu keine Gnade walten. Als Subscriptio ist jedem Emblem ein mehrstrophiges deutsches Gedicht beigegeben.