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Engelbert Bischoff: Regium maiestatis, et amoris epithalamium, Wien 1699


 

Engelbert Bischoff:

Regium Maiestatis, Et Amoris Epithalamium, Augusta inter Omina Omnia Hymenaeo Austriaco Auspicatissima Propositum, Et Augustis Neo-Sponsis Josepho I. Romanorum, Hungariaeq[ue] Regi Coronato, Archiduci Austriae, &c. Ac Wilhelminae Amaliae, Duci Hannoveranae, Dum Augustis Dexteris jungerentur

Viennae Austriae : Cosmerovius, 1699
Signatur UB Augsburg: 02/IV:14.2.6-3

 

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Der deutsche König und spätere Kaiser Joseph I. heiratete 1699 Wilhelmine Amalia von Braunschweig-Lüneburg. Aus diesem Anlass verfasste sein Beichtvater, der Jesuit Engelbert Bischoff, die vorliegende Gratulationsschrift, die mehrere emblemartige Bild-Textkombinationen enthält. Die Bilder wurden von Elias Christoph Heiss, der einer Augsburger Künstlerfamilie angehörte, in Schabkunsttechnik ausgeführt. Mit dieser Technik lassen sich zahlreiche Grautöne erzielen, die fließend ineinander übergehen.

Das hier gezeigte „Omen hieroglyphicum“ veranschaulicht Josephs Wahlspruch „Amore et timore“ („Durch Liebe und Furcht“): links ein Adler, der seine Jungen füttert, in einem Ölbaum; rechts Kriegstrophäen und ein Adler mit Blitzen und Schwert – der Herrscher als liebender Landesvater und Schrecken seiner Widersacher. Dass ein Herrscher zu beidem bereit sein muss („ad utrumque paratus“), deutet auch die Hand an, die gleichzeitig Schwert und Ölzweig hält. Das insgesamt zweiseitige Gedicht, in dem das Begriffspaar ‚amor’ und ‚timor’ regelmäßig wiederkehrt, dient als ausgedehnte Subscriptio.