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Abbildungen der Gemälde und Alterthümer ...


 

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Christoph Gottlieb Murr:
Abbildungen der Gemälde und Alterthümer, in dem Königlich Neapolitanischen Museo zu Portici, welche seit 1738. sowohl in der im Jahr Christi 79. verschütteten Stadt Herkulanum, als auch in Pompeji und in den umliegenden Gegenden an das Licht gebracht worden ... Dritter Theil
Augsburg 1793
02/III.2.2.1-3



Zu den spektakulärsten Funden in den durch den Vesuvausbruch 79 n. Chr. verschütteten und im 18. Jhdt. durch archäologische Grabungen erschlossenen süditalienischen  Städten gehörten die Wandmalereien. Sie wurden erstmals publiziert von Ottavio Antonio Baiardi in den Antichità di Ercolano (Neapel 1757 ff.). Ein Exemplar dieses mehrbändigen Prachtwerks im Besitz des Augsburger Fürstbischofs Joseph, Landgraf von Hessen-Darmstadt (reg. 1740 - 1768), diente wahrscheinlich als Vorlage für die Neuausgabe 1777 ff. durch den namhaften Nürnberger Juristen und Gelehrten Christoph Gottlieb von Murr, der die Texte schrieb, und den Augsburger Georg Christoph Kilian, der das Werk illustrierte und verlegte. Georg Christoph Kilian (1709 - 1781) war der letzte Vertreter einer Augsburger Künstlerdynastie, die seit dem 16. Jhdt. zahlreiche Kupferstecher hervorgebracht hatte.

Die gezeigte Tafel mit der Frau, die kleine Liebesgötter zum Kauf anbietet, reproduziert ein Fresko, das ursprünglich die Villa di Arianna in Stabiae schmückte, einem römischen Villen- und Badeort, der wie Pompeji und Herculaneum beim Vesuvausbruch zerstört wurde.