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Bibliotheksbestand


Kern der Bibliothek sind die sog. „Rote Reihe“ sowie die sog. „Blaue Reihe“. Es handelt sich bei beiden Reihen um Textsammlungen von Rechtsvorschriften US-amerikanischer Ureinwohner. Die Rote Reihe enthält die materiell-rechtliche und die Blaue Reihe die verfahrensrechtliche Sammlung.

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Die „Rote“ und die „Blaue Reihe“ sind das Ergebnis jahrzehntelanger Sammel- und Forschungstätigkeit, die Wolfgang Fikentscher zusammen mit seinem Kollegen Professor Robert D. Cooter (*1945) von der Universität Berkeley zwischen 1980 und 2010 durchführte. Eine vergleichbare Sammlung des Rechts US-amerikanischer Ureinwohner hatte es vor ihrer Tätigkeit nicht gegeben; es handelte sich bis zu der Tätigkeit von Cooter und Fikentscher sozusagen um einen blinden Punkt in der Rechtswissenschaft der Vereinigten Staaten. Die Sammlung überzeugt in ihrem Ansatz, sich nicht auf einzelne Stämme zu konzentrieren, sondern möglichst sämtliche Stämme zu erfassen. Wolfgang Fikentscher trieb die Sammeltätigkeit insbesondere während seiner Forschungsaufenthalte in Berkeley in den Jahren 1980–1981, 1988, 1992 und 1996–2000 voran.

Die Auswertung des Materials führte zu zwei bedeutenden Publikationen von Wolfgang Fikentscher zusammen mit Robert Cooter (Robert D. Cooter/Wolfgang Fikentscher, Indian Common Law: The Role of Custom in American Indian Tribal Courts (pts. 1–2), 46 Am. J. Comp. L. 287, 509 (1998); dies., American Indian Law Codes: Pragmatic Law and Tribal Identity, 56 Am. J. Comp. L. 29 (2008)). In ihnen wurde erstmals der Zusammenhang „indianischer“ Rechte dargestellt. Für diese bedeutenden Forschungen wurden Wolfgang Fikentscher und Robert D. Cooter 1994 mit dem Forschungspreis der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet.

Neben der „Roten“ und der „Blauen Reihe“ enthält die Bibliothek einen reichen Bestand deutschen und internationalen Schrifttums zur Kultur-, Wirtschafts- und Rechtsanthropologie. Es wurden knapp 1.000 Bücher bzw. Kleinschrifttum katalogisiert.

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