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Stefan Zweig

(* 28.11.1881 in Wien, † 23.2.1942 in Petropolis bei Rio de Janeiro/Brasilien)

Der zweite Sohn eines vermögenden jüdischen Textilfabrikanten konnte ohne Geldsorgen Philosophie und Literaturwissenschaft studieren (Promotion 1904) und Schriftsteller werden. Seinem lyrischen Erstling „Silberne Saiten“ (1901) folgten zahlreiche Schriften – seit der Begegnung mit dem belgischen Dichter Émile Verhaeren (1902), der sein Freund wurde, auch Übersetzungen aus dem Französischen. Nach dem Militärdienst im Wiener Kriegsarchiv zum Pazifisten und Kosmopoliten gereift (Drama „Jeremias“, 1917), erwarb Zweig 1917 mit seiner Frau Friderike das Haus am Kapuzinerberg in Salzburg. Wenig später kam es zur prägenden Begegnung mit Romain Rolland. Ab 1919 wohnte Zweig in Salzburg, reiste aber viel, hielt Vorträge, recherchierte für seine Bücher und traf zahlreiche Schriftsteller. 1933 nach der NS-Machtergreifung und der Verbrennung seiner Bücher schon beunruhigt, entzog er sich nach der Durchsuchung seines Hauses durch die faschistische Heimwehr 1934 der Bedrohung nach Großbritannien und ließ seine Familie zurück. 1936 bereiste er zum ersten Mal Brasilien, ein Land, das ihn faszinierte. Nach dem Verkauf des Salzburger Hauses und der Scheidung von Friderike (1939) heiratete er seine zweite Frau Lotte, die ihn auf langen Reisen in die USA und verschiedene amerikanische Länder begleitete, schließlich 1940 nach Petrópolis bei Río de Janeiro. Gemeinsam schieden die Eheleute dort im Februar 1942 aus dem Leben, u.a. weil sie entgegen der realen politischen Lage einen Sieg Hitlers fürchteten. Zudem konnte der großbürgerliche und feinfühlige Zweig, der kulturell hoch angereicherte Luft zum Atmen brauchte, trotz seines Erfolges im nicht deutschsprachigen Umfeld und ohne seine Bücher und Notizen das Leben als Autor kaum ertragen. Die Verbitterung des Exilierten spiegelt sich auch in seiner letzten Arbeit „Schachnovelle“; seine Erinnerungen „Die Welt von gestern“ (postum 1943) geben einen Einblick in sein Selbstverständnis und seine Erfahrung der Zeitgeschichte. Seinen Weltruhm verdankt Zweig u.a. seinen großen Biografien, für die er intensive Vorstudien betrieb, und seinen vielfach von Freud beeinflussten Erzählungen.


Die Werke vonStefan Zweig sind in unserer Sammlung nahezu vollständig vorhanden.
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Stefan Zweig in Wikipedia

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