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Ernst Sommer

(* 29.10.1888 in Iglau/Mähren, † 20.10.1955 in London)

Der Sohn eines jüdischen Fabrikanten studierte Jura in Wien. Seine frühen Arbeiten tragen zeitkritische Akzente und sind teilweise dem Expressionismus zuzurechnen. Ab 1920 arbeitete Sommer als Anwalt in Karlsbad, bis er 1938 fliehen und nach London emigrieren musste. Dort blieb er auch nach 1945 und war als Anwalt für internationales Recht tätig.

Mit seiner 1924 gegründeten Zeitschrift "Die Provinz", die der deutsch-tschechischen Freundschaft verpflichtet war, hatte er wenig Erfolg. Kennzeichnend waren ein gemäßigter Zionismus und sozialdemokratische Ideale. In seinen historischen Romanen, die ab 1930 entstanden, thematisierte er Einzelschicksale unschuldiger Menschen, die durch die Zeitumstände schuldig werden oder ihr Leben verlieren. Die Zeitkritik ist in diesen Werken oft verdeckt, aber stets präsent. Im Roman "Revolte der Heiligen" (1944) wird dagegen der Aufstand in einem Konzentrationslager geschildert, neben Anna Seghers‘ "Das siebte Kreuz" eine der ersten literarischen Reaktionen auf den Holocaust. Sommer wurde in Deutschland zu Lebzeiten nur in der DDR gewürdigt.


Die Werke von Ernst Sommer sind in unserer Sammlung vollständig vorhanden.
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Ernst Sommer in Wikipedia

Ausführliche Biographie