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Leo(pold) Perutz

(* 2.11.1882 in Prag, † 25.8.1957 in Bad Ischl)

Die Familie zog 1901 nach Wien. Mit seinen Prager Schulkameraden wie Max Brod hatte Perutz zeitlebens keine Affinität. Ohne Schulabschluss und beruflich zunächst gescheitert, hielt er sich durch Beschäftigungen in der väterlichen Textilfirma über Wasser, schaffte dann aber doch noch ein Mathematikstudium. Seine erste Prosaskizze entstand 1906. Ab 1907 arbeitete er in Versicherungsagenturen, wo er Prämien zu berechnen hatte. In Analogie zu dem ebenfalls als Versicherungsbeamter tätigen Kafka flossen mathematische Probleme auch in Perutz‘ spätere Werke ein. Vor dem Weltkrieg verkehrte er in Wiener Kaffeehäusern, bereiste Europa und den Nahe Osten und trieb Sport. Seine ersten Romane erschienen während des Krieges. Nachdem Perutz doch noch eingezogen worden war, erhielt er gleich eine schwere Verwundung. Nach dem Krieg engagierte er sich für Arbeiterschaft und Sozialdemokratie. Mit weiteren in rascher Folge geschriebenen Romanen schaffte er nach dem Krieg den Durchbruch auch in Deutschland. Ab 1933 verschlechterten sich seine Publikationsmöglichkeiten, 1938 musste er nach Palästina emigrieren, wozu ihn sein zionistischer Bruder überredete. Obwohl seit 1940 palästinensischer Staatsbürger, wurde er im Staat Israel nicht heimisch und kehrte 1950 mit seiner Frau Grete nach Österreich zurück. Seine spannungsreichen Romane wurden erst ab 1970 neu aufgelegt und auch verfilmt.


Die Werke von Leo Perutz sind in unserer Sammlung vollständig vorhanden.
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