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Ernst Glaeser

(* 29.7.1902 in Butzbach, † 8.2.1963 in Mainz)

auch: Anton Ditschler, Erich Meschede, Alexander Ruppel, Ernst Töpfer

Beachtung fand der Autor mit dem autobiographischen Kriegsroman „Jahrgang 1902" (1926) und dem Nachkriegsroman „Frieden" (1930). Derweil war er als Journalist, Dramaturg und beim Südwestdeutschen Rundfunk tätig. Seit 1928 gehörte er mit Manfred Hausmann, Wilhelm Emanuel Süskind, Martin Beheim-Schwarzbach u. a. zum Hamburger „Kreis der Zwölf" („Norag"), einer Gruppe junger Literaten, die eine „Literatur des Rundfunks" schaffen wollten und sich um das Hörspiel bemühten. Seine politische Einstellung führte ihn zum Bund Proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. So war es nicht verwunderlich, dass Glaesers Bücher auf den Scheiterhaufen von 1933 landeten. Ende jenes Jahres ging er in die Tschechoslowakei, dann nach Zürich, wo 1935 sein Roman „Der letzte Zivilist" über den Aufstieg des Nationalsozialismus in einer Kleinstadt erschien. Unter anderem weil er von marxistischer Seite kritisiert wurde, kehrte er jedoch 1939 nach Deutschland zurück, was ihn in Emigrantenkreisen vollends suspekt machte. Zur Wehrmacht einberufen, ließ er sich zur Mitarbeit an Frontzeitungen bewegen, wo seine Texte unter Pseudonymen erschienen. Seine Versuche, diese Anbiederung an das „Dritte Reich" nach 1945 publizistisch zu rechtfertigen, konnten ihn ebenso wenig rehabilitieren wie sein Roman „Glanz und Elend der Deutschen" (1960), in dem er versuchte, die Schattenseiten der Adenauer-Zeit zu entlarven.


Die Werke von Ernst Glaeser sind in unserer Sammlung vollständig vorhanden.
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Ernst Glaeser in Wikipedia

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