Diarium oder Tägliche Verzaichnus, Wie es in dem OberLand Zue Schwaben mit der Statt Fiessen in Kriegswesen einen Verlauff gehabt, in dem Jahr 1632 durch M.S.P.F.
Exemplare der Handschrift
Bei der Handschrift Cod. III.4.110 der Universitätsbibliothek Augsburg handelt es sich um eine Abschrift der Tagebuchaufzeichnungen
des damaligen Füssener Pfarrers Matthäus Schalk. Eine weitere Abschrift besitzt die Universitätsbibliothek Gießen (Hs. 454).
Umfang der Handschrift
Das Augsburger Exemplar der Abschrift ist in Buchform gebunden und umfasst 100 Folioseiten.
Die Gießener Abschrift enthält darüber hinaus als Anhang noch einen Bericht des Franziskanerfraters
Friedericus über die Vorgänge im Franziskanerkloster in Füssen 1632. Auf dieser Gießener Abschrift basiert die ausführliche
Rekapitulation der Ereignisse von Hans Popp 1936 (Die Ereignisse des Jahres 1632 in und um Füssen. Tagebuchaufzeichnungen des damaligen Füssener Pfarrers
Matthäus Schalk. In: Alt-Füssen 12, 1936/37, Nr. 3 ff., S. 11-26).
Adressat und Gegenstand der Tagebuchaufzeichnungen
Unter dem Titel Diarium oder Tägliche Verzaichnus, Wie es in dem OberLand Zue Schwaben mit der Statt Fiessen
in Kriegswesen einen Verlauff gehabt, in dem Jahr 1632 durch M.S.P.F. sandte Schalk seine Originalaufzeichnungen
1633 an den ehemaligen bischöflichen Pfleger der Stadt Füssen und damaligen Kämmerer und Obersthofmeister des bayerischen
Kurfürsten, Wolff Simon von Römersthal.
Gegenstand der Tagebuchaufzeichnungen sind die Ereignisse in und um Füssen während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1632.
Sie sind unter lokalhistorischem Aspekt von großem Wert, da der Verfasser zum einen selbst Augenzeuge des Geschehens war,
zum anderen die Urkunden über den damaligen Schriftwechsel der Stadt Füssen mit dem Bischof von Augsburg, den Schweden und
den städtischen Abgesandten im Wortlaut wiedergibt.
Inhaltliche Zusammenfassung
Die Aufzeichnungen von Matthäus Schalk sind nicht die einzige handschriftliche Quelle, die Auskunft über die Ereignisse in Füssen während des Dreißigjährigen Krieges gibt: Neben der Chronik des Färbermeisters Hans Feigele (1618-1640) liefern die Klosterchronik des P. Placidus Keller (behandelt die Zeit von der Klostergründung bis zum Jahr 1660) und der Liber actorum des Abtes Martin Stempfle (1614-1661) aus unterschiedlichen Perspektiven einen authentischen Einblick in die Geschichte der Stadt und des Klosters St. Mang in diesen wechselvollen Kriegsjahren.
Literaturhinweise:
Popp, Hans: Die Ereignisse des Jahres 1632 in und um Füssen. Tagebuchaufzeichnungen des damaligen Pfarrers Matthäus Schalk, in: Alt-Füssen 1936/37, S. 11-26
Lipp, Richard (Bearb.): Die Füssener Chronik des Färbermeisters Hans Faigele (1618-1640). Eine heimatkundliche Quelle im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (4. Teil 1632), bearb. von Richard Lipp, in: Alt-Füssen 1994, S. 236-246 (Die gesamte Edition der Chronik ist in sieben Teilen in den Bänden 1990 bis 1997 des Jahrbuchs Alt-Füssen publiziert.)
Zauner, Peter (Übers.): Die Chronik des P. Placidus Keller, Teil III (1630-1648), in: Alt-Füssen 1980, S. 36-50
Transkription und Einführung: Christine Böhm M. A.