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Rituale Romano-Eichstettense


KLEINE AUSSTELLUNG

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Rituale Romano-Eichstettense

Zentralbibliothek, Eingangshalle
ab 27.03.2008
Mo - Fr: 8.30 - 24.00 Uhr, Sa: 9.30 - 24.00 Uhr


Bei einem Rituale handelt es sich um ein liturgisches Buch, das die Riten enthält, die der Priester im Zusammenhang mit Sakramenten (Taufe, Buße, Eucharistie etc.), Sakramentalien (Weihungen, Segnungen), Prozessionen und Exorzismen vollzieht. Das vorliegende Rituale entstand im Auftrag des seit 1790 amtierenden Eichstätter Fürstbischofs Joseph Graf von Stubenburg (1740 – 1824).

Das Augsburger Exemplar (221/BS 3030 E34.798), das aus der Bibliothek der Pädagogischen Stif­tung Cassianeum stammt, ist in mehrfacher Hinsicht ausgezeichnet. Es erscheint als ausgesprochenes Vorzugsexemplar, möglicherweise sogar bestimmt für den Fürstbischof selbst.

Der Ledereinband ist mit reichhaltiger Goldprägung versehen. Neben Ornamenten schmücken den vorderen Buchdeckel ein Bischofsstab, das Wappen des Bistums Eichstätt, und den hinteren Buchdeckel ein gestürzter Anker, das Stubenbergsche Familienwappen. Der Buchschnitt ist auf allen Seiten vergoldet und mit ornamentalen Punzierungen versehen.

Standardmäßig war das Rituale mit einem gestochenen Frontispiz ausgestattet, das nach einem Entwurf des Eichstätter Bildhauers Ignaz Alexander Breitenauer (1757 – 1838) in der Augsburger Werkstatt der Familie Klauber angefertigt wurde. Im Augsburger Exemplar ist dieser Kupferstich ersetzt durch eine von Breitenauer signierte lavierte Federzeichnung, die genau der Darstellung des Kupferstichs entspricht. Es könnte sich um Breitenauers Entwurfszeichnung für den Kupferstich handeln oder eher um eine nachträglich speziell für dieses Vorzugsexemplar entstandene Zeichnung.

Das Frontispiz zeigt die Diözesanpatrone Willibald und Walburga zuseiten eines zylinderförmigen Sockels, der mit den bereits vom Einband bekannten heraldischen Motiven versehen ist und auf dem die Insignien der geistlichen und weltlichen Ämter des Fürstbischofs platziert sind.

In den Wolken thront die Personifikation der Kirche bzw. des Glaubens mit den "Schlüsseln des Himmelreichs" (vgl. Matthäus 16, 19) und einem Kir­chenbau in Form eines Rundtempels, an dessen Portal das Auge Gottes angebracht ist.