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Figura mundi



Figura mundi
Bilder von Gott und der Welt in den Dichtungen Jacob Baldes (1604-1668)

Eine Ausstellung der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Universitätsbibliothek Augsburg

Zentralbibliothek, Ausstellungshalle
22.06.2005 - 27.08.2005
Mo - Fr: 8.30 - 22.00 Uhr, Sa: 9.30 - 17.00 Uhr

Eröffnung: Dienstag, 21.06.2005, 18.00 Uhr

Zur Einführung in die Ausstellung referiert Prof. Dr. Günter Hess, Berg am See/ Universität Würzburg.
Dies ist zugleich eine Veranstaltung in der Reihe Colloquium Augustanum - Augsburger Vorträge zur Kulturgeschichte des Instituts für Europäische Kulturgeschichte.


Im Jahr 2004 jährte sich zum vierhundertsten Mal der Geburtstag von Jacob Balde SJ (1604-1668). In seinem Jahrhundert dürfte er der berühmteste Dichter Deutschlands gewesen sein, heute hingegen ist er relativ unbekannt. Dies liegt daran, dass er fast ausschließlich in lateinischer Sprache geschrieben hat. Noch ist sein umfangreiches Werk bei weitem nicht vollständig gesichtet, geschweige denn erschlossen. (Einblick in den gegenwärtigen Forschungsstand geben die Balde-Bibliographie und diedigitalisierte Balde-Edition.)

Der im elsässischen Ensisheim geborene Balde war mehrere Jahre als Lehrer der Rhetorik an den Gymnasien in München und Ingolstadt tätig, wo er zugleich als Professor Mitglied der Artistenfakultät der Universität war. Unter Kurfürst Maximilian I. wirkte er dann in seinen eigentlichen Münchener Jahren (1637-1650) vor allem als Hofprediger und Historiograph der bayerischen Geschichte. U.a. verfasste er die Inschrift an der 1637 eingeweihten Münchener Mariensäule. Auch als Balde die Stadt aus gesundheitlichen Gründen verlassen musste, blieb München der bevorzugte Druckort seiner Werke. Nach Zwischenstationen in Landshut und Amberg verbrachte er seine letzten Jahre in Neuburg an der Donau, wo er 1668 starb.

Zahlreiche Ausgaben der Werke Baldes sowie die bedeutendsten Autographe und Handschriften unpublizierter Werke befinden sich in der Bayerischen Staatsbibliothek in München.In der Ausstellung werden, in der Abfolge der Lebensstationen Baldes, die Themenkomplexe des Werks präsentiert. Im letzten Teil der Ausstellung wird der Blick auf Baldes Nachleben und seine Wiederentdeckung gerichtet.

Veranschaulicht wird der Überblick über das facettenreiche Werk durch die augenfälligen Illustrationen, die vor allem der Augsburger Wolfgang Kilian gestochen hat, vielfach nach Entwürfen und Tuschvorlagen des Dichters selbst. Einen Eindruck von der geselligen Umsetzung der Verse und Ideen in München geben Liedmelodien und vierstimmige Sätze zu den Gedichten - und nicht zuletzt die Statuten des Magerkeitsvereins.

Die Ausstellung wurde von der Bayerischen Staatsbibliothek in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Günter Hess (ehemals Universität Würzburg), Dr. Veronika Lukas (Monumenta Germaniae Historica) Dr. Julius Oswald SJ (Hochschule für Philosophie) und Prof. Dr. Claudia Wiener (Institut für Klassische Philologie) sowie weiteren Münchener Balde-Expert(inn)en konzipiert.

Die Exponate stammen vorwiegend aus der Bayerischen Staatsbibliothek und der Universitätsbibliothek Augsburg. Ergänzend treten hinzu Leihgaben der Universitätsbibliothek München, der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, der Staatlichen Bibliothek Regensburg, der Staatlichen Bibliothek Neuburg sowie der Stadt Neuburg. Bei der Einrichtung der Ausstellung für Augsburg wurde außerdem neues Bildmaterial miteinbezogen.

Ein Katalog ist im Sekretariat der Universitätsbibliothek erhältlich.
(Tel. 0821/5985306; FAX 0821/5985354; e-Mail: dir@bibliothek.uni-augsburg.de)