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Das Auge sieht den Himmel offen





Das Auge sieht den Himmel offen
Fortschritt und Wandel der Astronomie

Eine Ausstellung der Sternwarte Welzheim
und der Universitätsbibliothek Augsburg
anlässlich der
Interdisziplinären Tage der Katholisch-Theologischen Fakultät

Zentralbibliothek, Ausstellungshalle
17.11.2004 - 30.12.2004
Mo - Fr: 8.30 - 22.00 Uhr, Sa: 8.30 - 16.00 Uhr

Eröffnung: Dienstag, 16.November 2004, 18.00 Uhr

Anlässlich der Eröffnung referiert Dipl.-Phys. Tobias Jung zum Thema
Das Weltbild im Wandel : Von der Kopernikanischen Wende zur Hubble-Revolution

Musikalische Umrahmung: Susanne Schmid, Flöte; Alexander Schäferling, Klavier


Die Ausstellung kombiniert Astrophotographie der letzten Jahre mit astronomischer Literatur des 16. bis frühen 20.Jhdts. In mehreren thematischen Abteilungen (Universum, Sonnensystem, Sonne, Mond, Kometen) treten auf diese Weise historische und moderne Himmelsbilder einander gegenüber.

Frühneuzeitliche Modelle des Universums, Versuche, mit noch relativ bescheidenen Mitteln eine Vorstellung von der Mond- bzw. Sonnenoberfläche zu gewinnen, frühe graphische Erfassungen von Nebeln: Solche Dokumente werden konfrontiert mit dem, was heute ein Teleskop dem himmelwärts gerichteten Auge bietet.

Bei den 30 modernen großformatigen Photographien handelt es sich um einige der schönsten und spektakulärsten Aufnahmen der Sternwarte Welzheim (u.a. Sonnenfinsternis 1999; Merkurdurchgang 2003; Kometen Hyakutake, Hale-Bopp, Ikeya-Zhang; Bilder von Nebeln und Galaxien aus den Jahren 2000 ff.).

Die im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald gelegene Sternwarte, in Betrieb genommen 1992, dient dem Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart als Beobachtungsstation. Eine ihrer Hauptaufgaben besteht darin, Himmelsaufnahmen für die Vorführungen im Stuttgarter Planetarium bereitzustellen. Die überwiegende Zahl der hier gezeigten Bilder sind dem ehrenamtlichen Hauptobservator der Sternwarte, Martin Gertz, zu verdanken.

Bei den ca. 90 ausgestellten Büchern wurden Bestände der UB Augsburg durch einige Leihgaben aus der Studienbibliothek Dillingen ergänzt. Das Spektrum reicht von Erstausgaben bzw. Frühdrucken von Werken bedeutender Wissenschaftler (Kepler, Galilei, Guericke, Kant) über populärwissenschaftliche Kompendien bis hin zu ausgesprochenen Kuriositäten wie Spekulationen zu Zivilisationen auf dem Mond und dem Mars.

Einige Vitrinen sind der Geschichte der wissenschaftlichen Instrumente gewidmet und dokumentieren viel benutzte Geräte wie Astrolabium und Armillarsphäre ebenso wie z.B. Johann Hevelius' 45 m langes Luftfernrohr oder die von Jesuiten betreute Sternwarte in Peking.

Dem schwäbischen Genius loci huldigt der Einbezug von Namen wie Christoph Scheiner (der mit als erster die Sonnenflecken erforschte), Johann Bayer, Julius Schiller (die beide bedeutende Sternatlanten veröffentlichten) und Georg Friedrich Brander (dessen Instrumente zu den meistgeschätzten ihrer Zeit gehörten). Zu sehen sein wird auch eine Abbildung des Quadranten, den der berühmte dänische Astronom Tycho Brahe im Gögginger Gartengut Paul Hainzels errichten ließ.

Zahlreiche der Exponate wurden im Hinblick auf ihre Illustrationen ausgewählt. Prachtvolle Folianten mit doppelseitigen Tafeln stehen dabei neben Kleinformaten mit liebevoll handkolorierten Sternbildminaturen; traditionelle Reproduktionstechniken wie Hozschnitt, Kupferstich und Lithographie neben der Photographie, mit der im späten 19.Jhdt. auch auf astronomischem Gebiet bereits beachtliche Erfolge erzielt wurden.

Am Rande erlaubt die Ausstellung auch bibliotheksgeschichtliche Einblicke, indem in vielen Fällen die Vorbesitzer der Exponate angegeben werden. Es wird unmittelbar anschaulich, wie sich der Altbestand der UB Augsburg in wesentlichen Bereichen zusammensetzt (Oettingen-Wallersteinsch Bibliothek, Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising, Bibliothek der Pädagogischen Stiftung Cassianeum Donauwörth). Mehrere Objekte können darüber hinaus in bayerische Klöster zurückverfolgt werden.