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Reichsstädtisches Kupfer-Cabinett


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Reichsstädtisches Kupfer-Cabinett
Augsburger Buchillustration des 17. und 18. Jahrhunderts
aus der Bibliothek Oettingen-Wallerstein
der Universitätsbibliothek Augsburg

Zentralbibliothek, Ausstellungshalle
10.04.- 10.05.2002

Augsburg war im 17. und 18. Jahrhundert nicht nur ein Zentrum des Buch- und Verlagswesens, sondern auch ein Mittelpunkt süddeutschen Kunstschaffens. Neben Malerei und Kunsthandwerk wurde insbesondere die Graphik gepflegt, so dass auch eine Fülle künstlerisch hochwertiger Buchgraphik entstand. Besonders charakteristisch für die Augsburger Buchillustration dieser Jahrhunderte sind reich bebilderte Tafelwerke; Frontispizien und Kupfertitel entfalten vor allem bei Großformaten eine repräsentative Wirkung.

Die Ausstellung der Universitätsbibliothek Augsburg vermittelt einen Eindruck von der Vielfalt der Augsburger Buchillustration dieser Zeit anhand von ca. 120 Exponaten, die großenteils aus den Beständen der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek stammen. Einen thematischen Schwerpunkt bilden religiöse Darstellungen, u. a. deshalb, weil sich Augsburg im 17. Jahrhundert zu einem Zentrum katholischer Buchproduktion entwickelte: Bilderbibeln, Darstellungen von Heiligen, Kultstätten und Kultobjekten, geistliche Allegorien und Embleme lassen die Welt barocken Glaubens auf eindrucksvolle Weise lebendig werden. Gezeigt werden aber auch Illustrationen, die Architekten und Künstlern Anregungen vermitteln, die topographische Gegebenheiten festhalten, die historische Ereignisse dokumentieren oder einen Eindruck von fremden Kulturen vermitteln. Bilder von Adligen, Äbten, Ordensrittern und einfachen Menschen geben einen Querschnitt durch die Gesellschaft. Auf dem Gebiet der Naturwissenschaften begegnen u. a. Versuche, die Sternbilder zu christianisieren und systematisch alle naturkundlichen Phänomene der Bibel zu erfassen. Zahlreiche klangvolle Namen finden sich unter den auf dem Gebiet der Buchgraphik tätigen Künstlern. Manche hatten sich ganz auf Graphik spezialisiert (z. B. die Mitglieder der Familien Kilian, Küsel und Klauber); andere gehörten zu den führenden Vertretern der süddeutscher Barock- und Rokokomalerei, lieferten daneben aber auch Entwürfe für den Kupferstich oder betätigten sich selbst als Stecher (z. B. J. G. Bergmüller, G. B. Göz). Die Ausstellung dokumentiert auch, wie auswärtige Künstler zur Augsburger Buchgraphik beitrugen; gezeigt wird z. B. ein bislang unveröffentlichtes Augsburger Frontispiz nach einem Entwurf von Cosmas Damian Asam.

Katalog zur Ausstellung: 144 Seiten, EUR 6,00.