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Schlussakkord


Schlussakkord
Malerische Arbeiten und unveröffentlichte Skizzen von Prof. Dr. Helga John-Winde und Lutz Jarasch

Zentralbibliothek, Ausstellungshalle
06.12.2000- 26.01.2001

Zum Abschluss ihrer Universitätslaufbahn präsentieren Helga John-Winde und Lutz Jarasch malerische Arbeiten und bisher unveröffentlichte Skizzenbucheinträge, die interessante Einblicke in ihre während der vergangenen Jahre erarbeiteten Bildzyklen und Werkgruppen zulassen. Die zentrale Zusammenstellung wird durch zwei- und dreidimensionale Arbeitsergebnisse der Kollegen Malzer, Winter, Neidlinger und Dietl ausgeweitet. Die Ausstellung klingt am 23. Januar mit einer aktionsreichen Abschlussfeier aus, zu der alle Studierenden, Universitätsangehörigen und Freunde der Kunstpädagogik herzlich eingeladen sind.

Zu Prof. Dr. Helga John-Winde: Die in Augsburg lebende Ordinaria für Kunstpädagogik wurde 1937 in Meseritz geboren. Nach einem Studium an der pädagogischen Hochschule Bremen und einer künstlerischen Ausbildung an den Hochschule für Gestaltung in Bremen und der Akademie für bildende Künste in Hamburg, kehrte sie als wissenschaftliche Assistentin an die Universität Bremen zurück und unterrichtete die Studierenden im Fach Kunstpädagogik. Es folgte eine intensive Zeit der Schulpraxis in den Klassenstufen 1-10. Anschließend arbeitete John-Winde als Akademische Rätin für Kunstpädagogik an der Universität Osnabrück/Vechta. Seit 1985 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Kunstpädagogik an der Universiät Augsburg und leistete mit ihren Veröffentlichungen "Kriterien zur Bewertung der Kinderzeichnung" und "Kinder, Jugendliche, Erwachsene zeichnen" einen bedeutenden Beitrag zur aktuellen Grundlagenforschung über die Entwicklung der Zeichensprache. Zahlreiche Reisen führten John-Winde unter anderem an Universitäten des fernen Ostens Russlands, Asiens und der USA. Dabei ging es ihr stets um die vergleichende Betrachtung kunstpädagogischer Methoden, aber auch um die Auseinandersetzung mit landestypischen Denk- und Lebensweisen, die sie, als Beobachterin zwischenmenschlicher Beziehungen, mit treffsicherem Strich in ihren Reiseskizzenbüchern festhielt.
Großformatige, im Atelier gefertigte Malereien und Zeichnungen der weit über Augsburg hinaus bekannten Künstlerin John-Winde, waren seit 1978 regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, unter anderem in Berlin, Bremen, Oldenburg, Worpswede, Augsburg, Nürnberg, Kunming/VR China, Valetta/Malta, Mondello/Sizilien, Chabarowsk/Russland. Der Eintritt in den "Unruhestand" eröffnet John-Winde Freiraum, sich auf Neues einzulassen, Reisen in bisher unbekannte Länder zu unternehmen und insbesondere ihre künstlerischen Aktivitäten zu intensivieren.

Lutz Jarasch, Dozent am Lehrstuhl für Kunstpädagogik und namhafter Augsburger Künstler, wurde 1936 in Breslau geboren. Einem Studium an der Werkkunstschule in Augsburg folgte eine vierjährige Tätigkeit als graduierter Designer. Eine weiterführende Qualifikation als Kunsterzieher führte Jarasch an verschiedene Schulen und an das Augsburger Staatsinstitut für die Ausbildung von Fachlehrern. 1981 wurde er Dozent am Lehrstuhl für Kunstpädagogik der Universität Augsburg, wo er die Lehramts- und Magisterstudenten über zwei Jahrzehnte hinweg fundiert in die Grundlagen der Malerei und Zeichnung einführte.
Die regelmäßige Teilnahme an der "Großen Schwäbischen", zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland sowie das Engagement für den Bund Bildender Künstler machten das künsterlische Werk von Lutz Jarasch über die Grenzen Augsburgs hinaus bekannt. Einige seiner malerischen und grafischen Arbeiten befinden sich in öffentlichem Besitz.
Der Abschluss seiner Universitätslaufbahn bedeutet für Jarasch nicht einen Bruch, sondern eine Zäsur, die nach kurzem Luftholen Kraft für weiterführende Aktivitäten gibt. So wird Jarasch am Lehrstuhl für Kunstpädagogik auch weiterhin einen Lehrauftrag für Malerei wahrnehmen und sein künstlerisches Talent nicht nur im Bereich der bildenden Kunst, sondern auch als leidenschaftlicher Kontrabassspieler zur Geltung bringen.