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Wallerstein - das "Schwäbische Mannheim"


Wallerstein - das "Schwäbische Mannheim"
Zur Geschichte höfischer Musik im 18. Jahrhundert
Wertvolle Handschriften und alte Drucke aus der Sammlung Oettingen-Wallerstein der Universitätsbibliothek Augsburg

Ausstellung im Rahmen der Rosetti-Festtage im Ries anlässlich der 13. Rieser Kulturtage

Neues Schloss Wallerstein / Ries
01.06.2000 - 09.07.2000

Im Rahmen der Rosetti-Festtage im Ries, die anläßlich des 250. Geburtstages des Komponisten veranstaltet werden und deren Schirmherrschaft S.D. Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein übernommen hat, wird am 1. Juni 2000 im Wallersteiner Neuen Schloss eine Ausstellung der Universitätsbibliothek Augsburg eröffnet, die anhand zeitgenössischer Text- und Bilddokumente, alter Musikinstrumente aus den Fürstlich Oettingen-Wallersteinschen Sammlungen und zahlreicher wertvoller Musikhandschriften und -drucke aus der Sammlung Oettingen-Wallerstein der Universitätsbibliothek Augsburg die Geschichte der Wallersteiner Hofkapelle nachzuzeichnen versucht.

Seit den 1770er Jahren zählte die Kapelle des Fürsten Kraft Ernst (1748-1802) ein Vierteljahrhundert lang zu den führenden Orchestern in Deutschland. Zeitgenössische Berichte charakterisieren sie als ein Präzisionsensemble, an dessen Pulten einige der gesuchtesten Virtuosen der Zeit saßen. Unter den Hofmusikern waren Komponisten von Rang, wie etwa Ignaz von Beecke (1733 - 1803), Joseph Fiala (1748 - 1816), Antonio Rosetti (um 1750 - 1792), Joseph Reicha (1752 - 1795) oder Friedrich Witt (1770 - 1836), was den amerikanischen Musikwissenschaftler Prof. Sterling E. Murray veranlaßt hat, von einer "Wallersteiner Schule" zu sprechen. Der Ruhm des "Schwäbischen Mannheim" (Adolf Layer in Die Musik in Geschichte und Gegenwart) lockte berühmte Musiker nach Wallerstein und in die fürstliche Sommerresidenz Hohenaltheim, unter ihnen auch Mozart (1777), Beethoven (1787) und Haydn, der Ende 1790 - einer Einladung des Fürsten folgend - einige Tage bei Hofe weilte, ehe er seine Reise nach England fortsetzte. Nach dem Tod des Fürsten und dem Ende des "Alten Reiches" ging die Bedeutung der Kapelle immer mehr zurück. 1821 wurden die Hofkonzerte eingestellt.

Zur Ausstellung erscheint im Verlag Rieser Kulturtage ein Begleitband (152 S., über 250, vielfach farbige Abbildungen; Subskriptionspreis bis 30. Juni 2000: DM 29,80, später: DM 39,80), der bei der Eröffnung vorgestellt wird.